Maulkorb für «Glanz & Gloria»

Fertig getwittert: Annina Frey und das Team des People-Magazins. Foto: Oscar Alessio

Fertig getwittert: Annina Frey und das Team des People-Magazins. Foto: Oscar Alessio

Rund 6000 Personen folgen beim sozialen Netzwerk Twitter dem Account des SRF-People-Magazins «Glanz & Gloria» und informieren sich so über die Welt der Prominenten, Schönen und Reichen. Damit ist nun Schluss, denn in der Chefetage hat man dem Redaktionsteam per sofort verboten, im Namen von «Glanz & Gloria» zu twittern: «Generell fokussiert SRF künftig auf weniger Präsenzen und setzt die vorhandenen Ressourcen gezielter ein. Gewisse Social-Media-Accounts von Radio- und TV-Sendungen werden deshalb eingestellt», begründet Martin Oswald, Leiter Content SRF Online, die neue Weisung gegenüber «Schweiz am Sonntag». Gleichzeitig probiere man Neues aus. «In den letzten Monaten haben wir mit SRF Sport, SRF Meteo oder SRF bi de Lüt zudem drei neue Accounts auf Instagram eröffnet, und auf Snapchat bieten wir Inhalte für junge Zielgruppen.»

Die Massnahme sorgt bei den «Glanz & Gloria»-Machern für rote Köpfe und wird als unfair empfunden, dies auch, weil man schon lange auf die Bewilligung eines eigenen Instagram-Accounts warte. Martin Oswald sagt dazu lediglich: «Wir überprüfen unser Social-Media-Angebot laufend und entscheiden aufgrund von Analysen der Marktforschung sowie unter Vorgabe des Ziels, die Ressourcen im Bereich Social Media zu fokussieren.»

Auch «Kassensturz» betroffen
Eine weitere Massnahme die der neuen Strategie zum Opfer fällt und bei ihren Machern für Unverständnis sorgt, ist die Einstellung des beim Publikum beliebten Twitter-Accounts SRF-Konsum. Darunter fallen die Konsumenten-Sendungen «Kassensturz» und «Espresso» (Radio). Trotz der von Oswald künftig geforderten verminderten Präsenz bleiben viele SRF-Aushängeschilder auf den sozialen Kanälen – allen voran auf Twitter – aktiv. Allen voran Rundschau-Moderator Sandro Brotz (47), Sportreporterin Steffi Buchli (38), Arena-Präsentator Jonas Projer (35). «Selbstverständlich dürfen alle SRF-Mitarbeitenden privat in den sozialen Medien aktiv sein», sagt Martin Oswald, er mahnt aber: «Dabei sind jedoch die Bestimmungen in den Publizistischen Leitlinien von SRF zu beachten.»

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