Auf die Frage, was am Montagabend in Feusisberg SZ wirklich passiert ist, reagiert Melanie Molitor, Mutter von Ex-Tennissuperstar Martina Hingis (wird morgen Montag 33), äusserst gereizt: «Sie nerven», sagt sie in resolutem Ton am Telefon. «Ich sage gar nichts, lassen Sie uns in Ruhe.» Dann bricht Molitor das Gespräch ab.

Die forsche Reaktion überrascht nicht, denn es war eine unruhige Woche für die angesehene Tennis-Trainerin – die vielen Negativ-Schlagzeilen über ihre Tochter und den grossen Ärger mit ihrem Schwiegersohn scheinen der 56-Jährigen zuzusetzen.

Nur einen Tag, bevor Martina Hingis an ein Turnier nach Tokio flog, soll in deren Eigentumswohnung ein Familien-Zwist eskaliert sein: «Im Zuge eines Disputs stürzten sich Martina und ihre Mutter Melanie Molitor auf mich, verprügelten und kratzten mich», klagte diese Woche der französische Springreiter Thibault Hutin (27) im Interview mit dem «Blick». «Ich wehrte mich nach Kräften, da schlug mir Mario Widmer, der Lebenspartner von Melanie, den DVD-Player auf den Kopf.» Er habe Quetschungen und Schrammen am Nacken, am Kopf und am rechten Unterarm.

Die Kantonspolizei Schwyz bestätigte am Mittwoch, dass sich Hutin beim Polizeiposten Höfe gemeldet hat, um Anzeige gegen Martina Hingis, ihre Mutter Melanie Molitor und deren Lebenspartner Mario Widmer zu erstatten. Die Geschichte hat jedoch auch noch eine andere Seite: In der internationalen Reiter-Szene hört man nicht viel Gutes über den Ehemann von Hingis.

Ein Insider berichtet, Hutin sei ein Profiteur, der nie etwas gearbeitet habe und sich in den letzten zwei Jahren ausschliesslich von Martina Hingis finanzieren liess. Bevor er mit der Ex-Tennis-Spielerin liiert war, habe ihm seine reiche Mutter Geld gegeben. Sie ist eine erfolgreiche Pariser Immobilien-Maklerin, Sohn Thibault ist in der Firma als Verwaltungsrat eingetragen. Bis vor kurzem lebte der Franzose jedoch voll auf die Kosten von Hingis. Damit ist nun Schluss, wie Recherchen zeigen: Die Grosszügigkeit von Martina Hingis ist ausgereizt, sie finanziert ihren Mann nicht mehr, sperrte ihm alle von ihr bezahlten Kreditkarten – und will sich so rasch wie möglich scheiden lassen. Zudem machte sie ihrem Gatten schon im vergangenen Januar klar, dass sie ihn nicht mehr in ihrer Schweizer Wohnung sehen wolle. Er scheint den Wunsch nicht zu respektieren und taucht immer wieder bei Martina Hingis auf – darum der erneute Streit am Montagabend.

Ob der 192 Zentimeter grosse Thibault Hutin, der beinahe zwei Köpfe grösser ist als seine Gattin Martina Hingis und deren Mutter Melanie Molitor, jedoch tatsächlich von den viel kleineren Frauen brutal angegriffen und verletzt worden war oder ob er lügt, das wissen nur die Beteiligten. Rechtsanwalt Andreas Bieri (41, Ex-Verlobter von Hingis) hat Mühe mit Thibault Hutins Version: «Dass Martina gewalttätig sein soll, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.»

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