LETZTER GROSSER TRAUMAUFTRAG

Zum dritten Mal reist Thurnheer als Single an eine WM.

VON SACHA ERCOLANI

Seit 1974 steht Beni für das SF bei einer Fussball-WM im Einsatz. Als Krönung darf er an seinem 61. Geburtstag den Final kommentieren.

Beni Thurnheers Koffer ist längst wieder ausgepackt, denn bereits am Dienstagabend flog er nach Südafrika – um dort für das Schweizer Fernsehen WM-Spiele zu kommentieren. «Ich habe die gleichen Kleider wie für die Olympischen Spiele in Vancouver eingepackt. Denn Johannesburg liegt auf 1700 Metern über Meer und hier es ist Winter», scherzt der «Schnurri der Nation» am Telefon mit dem «Sonntag». «Ich freue mich aber trotzdem sehr auf meine Einsätze.»

Jahrelang kommentierte der studierte Rechtsanwalt unter anderem sämtliche Spiele der Schweizer Fussball-Nati und kennt die Entwicklung der Mannschaft und des Trainers bestens. «Es wird wohl etwas schwieriger, als wir alle meinen», warnt Experte Thurnheer vor zu grosser Euphorie. «Denn nicht nur Spanien, sondern auch Chile ist eine Fussballmacht. Und Honduras gehört in die Kategorie gefährlicher Aussenseiter – so wie die Schweiz auch.» Für «Beni-National» ist Trainer Ottmar Hitzfeld (61) «unser einziger Superstar». «Alleine wegen ihm hoffe ich überhaupt auf eine Achtel- und Viertelfinal-Qualifikation der Schweizer.»

In seinem wohl letzten Final, welchen Beni am 11. Juli live aus dem Soccer City Stadium in Johannesburg kommentieren darf, sieht er aber nicht die Schweizer, sondern Brasilien gegen ein Überraschungsteam. «Hauptsache, es herrscht eine tolle Stimmung und es gibt einen grossen Fussballabend!» Genau an diesem Tag feiert Thurnheer seinen 61. Geburtstag! «Damit schliesst sich der Kreis. Meinen ersten WM-Final kommentierte ich an meinem 33. Geburtstag.»

Nach seinen Einsätzen an den Fussball-Weltmeisterschaften 1974 in Deutschland und 1978 in Argentinien reist Beni jetzt zum dritten Mal als Single für so lange Zeit ins Ausland. Denn vor zwei Jahren trennte er sich nach 28 Ehejahren von seiner Gattin Daniella. Ist Beni auf seiner Reise, weit weg von zu Hause, nun offen für Neues? «Das steht jetzt nun wirklich nicht im Zentrum meines Denkens.» Er wolle nun vor allem die WM «so richtig geniessen». Beni Thurnheer: «Ich liebe es, zu reisen und in fernen Ländern das ‹normale Leben› kennen zu lernen, insofern ist das hier wieder einmal ein Traumauftrag!»

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