Das Filmprojekt mit dem Arbeitstitel «Watching Federer» («Federer zusehen») ist bereits auf Papier – knapp zwei Jahre hat This Lüscher (43) im Stillen daran gearbeitet. «Ein Film über Roger Federer ist ein schwieriges Unterfangen, denn in seinem Leben und Wirken fehlt die Dramatik. Und Filme ohne Dramatik schaut sich nun einmal niemand an», sagt Lüscher. Das sei wohl einer der Hauptgründe, dass es bisher noch keinen Kinofilm über den Tennis-Helden gäbe.

Der renommierte Zürcher Regisseur (u. a. «Hoselupf») will das ändern. In seinem geplanten Dokumentar-Kinofilm möchte Lüscher «auf die Essenz eingehen»: Und die sei ganz klar Roger Federers Spiel. «Es ist eine Form von reinem Glück, wenn ich Federer spielen sehe.» «Watching Federer» soll daher vor allem den Stil des Basler Ballkünstlers widerspiegeln – leicht, elegant und verspielt daherkommen.

Eine normale Sportdokumentation wie man sie vom Fernsehen kennt, sei zum Scheitern verurteilt, ist sich This Lüscher sicher. Damit könne Roger Federers Wesen und die Tragweite seiner Kunst unmöglich erfasst werden. Nach dem US-Open-Turnier von New York Anfang September will This Lüscher mit Roger Federer erste Gespräche führen.

Der siebenfache Wimbledon-Sieger weilt derzeit mit seiner Familie in den Ferien auf der Insel Sardinien – auf die schriftliche Anfrage des «Sonntags» wollte sich Manager Robert Federer zum Projekt nicht äussern.

Zum Schnitt bereites Filmmaterial ist für das Projekt schon viel vorhanden, denn in seiner bisherigen Karriere konnte der 30-jährige Tennisspieler die Rekordanzahl von 17 Grand-Slam-Turnieren im Einzel gewinnen und beendete die Jahre 2004 bis und mit 2007 an der Spitze der Tennis-Weltrangliste. Seit dem vergangenen Sonntag ist Federer wieder die Nummer 1 im Welttennis.

Lüschers Film-Projekt könnte bestimmt eine grosse Fangemeinde zählen, denn mehr als 750 000 Schweizer verfolgten letzte Woche das Wimbledon-Finale live vor dem TV, und auf seiner Facebook-Seite hat King Roger weit über 11 Millionen Anhänger.

In der Branche ist man begeistert von der Idee: «Wie Lüscher das schwierige Filmthema angeht, gefällt uns sehr gut», schwärmt Daniel Höltschi von der Produktionsfirma Ascot Elite Entertainment Group. «Von seinen bisherigen Filmen sind wir sehr überzeugt und würden daher gerne auch beim Federer Projekt mit This zusammenarbeiten.» Der Film werde eine Hommage an einen Künstler, der mit seinem Tennisspiel Menschen weit über die Grenzen des Sports hinaus berührt. This Lüscher verrät: «Wimbledon wird eine tragende Rolle darin spielen. Denn bei Wimbledon geht es auch um viel mehr als nur Sport.»

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