VON SACHA ERCOLANI

Soeben hat die Zürcherin Catherine Ackermann in Deutschland ihren neusten Kino-Streifen abgedreht – den Psycho-Thriller «Teufelskreis». Umgerechnet mehr als 30 000 Franken hat der aufwändig produzierte Studien-Kurzfilm gekostet. Und obwohl ihr Vater Josef Ackermann in Deutschland zu den Spitzenverdienern zählt – der Chef der Deutschen Bank erhielt 2009 insgesamt fast 9,6 Millionen Euro Bonus – finanzierte Künstlertalent Catherine alles aus eigener Tasche.

«Nie im Leben würde ich bei meinem Vater um nur einen Franken für meine Projekte bitten, ich will auf eigenen Beinen stehen – alle meine Filme finanziere ich selber und mit dem geringen Anteil, den wir von der Schule erhalten», so Catherine Ackermann, die seit Oktober 2008 Film- und Fernsehproduktion an der öffentlichen Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg studiert.

Klar kämpfe sie beinahe täglich mit Vorurteilen wegen des vielen Geldes ihres Vaters, doch das mache ihr nichts aus. «Was die Leute sagen oder denken, kümmert mich nicht.» Dank ihrem weltweit bekannten Vater hätte Catherine Ackermann mühelos viel Publizität auf sich ziehen können. Doch sie scheute stets das Rampenlicht und arbeitet lieber im Stillen: Catherine verdient ihr Geld vorerst noch mit der Schauspielerei, sie wirkte unter anderem schon bei der bekannten Pro7-Produktion «Unschuldig» mit oder spielte gar in einem Werbespot für «Sunrise» – ohne es an die grosse Glocke zu hängen.

Interview-Anfragen von renommierten Glamour-Zeitschriften wie «Gala», «Bunte» oder «InStyle» sagte sie bisher alle ab. Ackermann: «Ich will nicht als Tochter eines bekannten Vaters abgestempelt werden, sondern durch meine Leistungen auffallen und die Menschen überzeugen.»

Catherine spricht fliessend Englisch, Französisch und Italienisch und ist vielseitig begabt: Während der Schulzeit war sie im Schultheater und an der Ballettschule des Opernhauses Zürichs aktiv. Nach der Matura besuchte sie die renommierte Schauspielschule European Film Actor School (Efas) in Zürich und absolvierte währenddessen ein Praktikum beim Hollywood-Giganten Warner Brothers in Los Angeles für die Erfolgs-Produktion «Nancy Drew». Zudem trat sie am Nationaltheater Weimar in der Oper «Tosca» auf.

Ende Juli feiert Catherine Ackermann mit ihrem Film «Teufelskreis» in Ludwigsburg Premiere. Ob ihr Papi Joe, mit dem sie ein super Verhältnis hat, dann dabei sein wird, darüber redet sie nicht. Aber Privates steht bei Catherine nicht im Vordergrund: «Ich werde den Film auf jeden Fall auch an Schweizer Festivals wie zum Beispiel dem von Solothurn einreichen, und vielleicht wird ‹Teufelskreis› dann auch bald in der Schweiz gezeigt.»

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