VON SACHA ERCOLANI

Bisher wusste niemand, was ein Elite Model in seinem Amtsjahr wirklich verdienen kann. Im «Sonntag» nennt Ursula Knecht (51) jetzt zum ersten Mal Zahlen: «Julia Saner arbeitet sehr gut, sie wird in ihrem ersten Jahr als Model rund 300'000 Franken verdienen – und das, obwohl sie während ihrer Elite-Amtszeit noch zur Schule ging», so die Chefin der Model-Agentur Option in Zürich. In der Summe enthalten seien auch die Preis- und Garantieeinnahmen des Sieges am Elite-Weltfinale in Asien und die Einkünfte aus den vielen Model- und Repräsentations-Jobs in der Schweiz und im Ausland. Knecht: «Julia ist bei den Sponsoren und Werbern sehr beliebt, sie ist trotz ihres Sieges sich selber geblieben und arbeitet top zuverlässig.»

Aber auch die amtierende Miss Schweiz Linda Fäh (22), die bereits in den ersten Monaten weit über 300000 Franken verdiente, kassiert wie keine Miss zuvor: Am Ende ihres Amtsjahres wird sie Julia überholen und rund eine halbe Million Franken auf ihrem Konto haben. Doch ab dem 25. September verdient die Ostschweizerin um vieles weniger – alles konzentriert sich dann auf die neue Miss. Die goldenen Zeiten von Topmodel Julia Saner, die am 26. August von ihrer Nachfolgerin abgelöst wird, kommen dann aber erst: «Ab Herbst arbeitet sie vorwiegend in Paris, New York und London – wenn alles rund läuft, wird sie da über viele Jahre sehr viel Geld verdienen können», prophezeit ihre Entdeckerin Ursula Knecht. Tagesgagen von 10000 Franken aufwärts seien keine Ausnahmen. Wie Linda Fäh auch, muss Julia von allen Einnahmen zwischen 20 bis 30 Prozent der Agentur abgeben.

Das Geld-Potenzial mit einem Elite-Model-Look-Titel ist somit auf jeden Fall einiges grösser als bei den Miss-Wahlen: Dies ist ein Grund, warum sich immer mehr junge Frauen lieber einen Elite-, als einen Missentitel wünschen – denn die meisten jungen Mädchen machen es vor allem wegen des Geldes und um schnell bekannt zu werden. «Es melden sich von Jahr zu Jahr mehr bei uns an, vor allem Julia hat diesen Trend noch verstärkt», so Knecht. «Dieses Jahr waren es weit über 350 Mädchen.»

Dass der Elite Model Look in den letzten Jahren so Anklang fand, dazu hat auch das Engagement von Verleger Jürg Marquard (64) beigetragen. Im Frühling vor drei Jahren kaufte er 50 Prozent der Rechte des renommierten Model-Wettbewerbs. Die Marquard Event Promotion AG ist seither auch Co-Veranstalterin des Events – und Partner der Carré Event AG von Oliver Höner (Art on Ice). Der erfolgreiche TV-Produzent und Marquard-Event-Verwaltungsratsmitglied Max Sieber («Teleboy», «Benissimo» etc.) machte zudem innert kurzer Zeit möglich, dass der Elite-Schweiz-Final nun jedes Jahr jeweils live am Fernsehen auf Pro7 übertragen wird.

Jürg Marquard,Herr über zahlreiche internationale Magazine wie unter anderem «Cosmopolitan» oder «Joy» kann seinen Einfluss dazu auch international spielen lassen – mit seinem Hochglanztitel «Cosmopolitan» ist er bereits Partner beim ProSieben-Quotenknüller «Germany’s Next Topmodel».

Gut möglich, dass es schon bald nur noch einen grossen Schweizer Schönheits-Titel gibt, denn Marquard hat Missen-Chef Christoph Locher längst ein Angebot gemacht: «Wir würden gern bei der Miss-Schweiz-Organisation einsteigen. Ob durch eine Beteiligung, eine Übernahme oder eine enge Kooperation, sei dahingestellt», sagte Verleger und Hauptaktionär der Mister-Schweiz-Organisation, Jürg Marquard, vor drei Jahren in einem Interview. «Es gibt viele sinnvolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Ich bin überzeugt, dass wir damit den beiden Marken noch mehr Kraft geben könnten. Zu einer Hochzeit braucht es aber immer zwei.»

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!