Was nach der Zuger Landammannfeier in der «Captains-Lounge» des Restaurants Schiff zwischen Markus Hürlimann (SVP) und Jolanda Spiess-Hegglin (Grüne) tatsächlich geschehen ist, ist noch immer unklar. Fest steht einzig, dass die Nacht zum 21. Dezember die politische Karriere der beiden Kantonsräte dauerhaft beschädigt hat. Hürlimann trat als Präsident der kantonalen SVP zurück, blieb jedoch im Kantonsrat. Er und auch Spiess-Hegglin beteuerten, ihr Mandat im Kantonsrat zu behalten.

Doch im Fall der grünen Politikerin scheint nun auch das infrage gestellt. Zurzeit absolviert Spiess-Hegglin eine Traumatherapie. Vor zwei Monaten hat sie sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und auch keine Kantonsratssitzungen mehr besucht. «Das hat mir gutgetan», sagt Spiess-Hegglin zur «Schweiz am Sonntag». Sie habe dabei erstmals seit dem Publikwerden der Affäre wieder gespürt, was Lebensqualität bedeute. Darum ist höchst ungewiss, ob sie in der Politik bleibt. «Ich werde Mitte Jahr wieder Kantonsratssitzungen besuchen, wie es aber mittelfristig aussieht, steht für mich noch nicht fest», sagt sie. «Ich muss überlegen, wo ich die Prioritäten setze.»

Juristisch ist der Fall noch lange nicht erledigt. Gegen Hürlimann wird ermittelt, weil es angeblich zu nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen sei. Eine Untersuchung gibt es aber auch gegen Spiess-Hegglin, nachdem Hürlimann die Politikerin wegen übler Nachrede angezeigt hat.

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