«Dass gerade mein Film für den deutschen Kamerapreis nominiert wird, daran hätte ich nicht im Traum gedacht», schwärmt die Zürcherin Catherine Ackermann (27), die seit Oktober 2008 Film- und Fernsehproduktion an der öffentlichen Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg studiert. «Darauf bin ich und das ganze Team natürlich sehr stolz.»

Umgerechnet rund 200 000 Franken hat der aufwändig produzierte Studien-Kurzfilm «Hades» gekostet. Vergangenen Juli feierte Ackermann in Ludwigsburg Premiere. Und obwohl ihr Vater Josef Ackermann in Deutschland zu den Spitzenverdienern zählt – der Chef der Deutschen Bank erhielt 2010 insgesamt fast 11,5 Millionen Franken Bonus – finanzierte Künstlertalent Catherine den Psycho-Thriller aus eigener Tasche.

«Wie es bei solchen Studienfilmen üblich ist, haben wir eigenes Geld investiert, aber auch viele Spender- und Sponsorengelder erhalten. Eine Bank ist aber definitiv nicht dabei», scherzt die zielstrebige Produzentin und Schauspielerin, die mit ihrem Vater Joe ein super Verhältnis hat.

Die Tochter eines solch weltweit berühmten und einflussreichen Vaters zu sein, ist jedoch nicht immer einfach – Catherine Ackermann kämpft oft auch mit Vorurteilen. «Auch bei anderen Kindern von berühmten Eltern, heisst es schnell einmal, man sei Sohn oder Tochter von Beruf und habe nur Erfolg mit Hilfe und Einfluss der Eltern», sagt Ackermann.

«Neider und Vorurteile sind nun mal da, damit muss und kann ich leben. Ich arbeite hart an meinen Visionen und kann nur durch meine eigene Leistung die Menschen überzeugen.» Sie ist vielseitig begabt und spricht fliessend Englisch, Französisch und Finnisch und sie hat längst beweisen, dass sie nicht Tochter von Beruf ist: Während der Schulzeit war sie im Schultheater und an der Ballettschule des Opernhauses Zürichs aktiv.

Nach der Matura besuchte sie die renommierte Schauspielschule European Film Actor School (Efas) in Zürich und absolvierte währenddessen ein Praktikum beim Hollywood-Giganten Warner Brothers in Los Angeles für die Erfolgs-Produktion «Nancy Drew». Zudem trat Ackermann am Nationaltheater Weimar in der Oper «Tosca» auf und spielte in deutschen TV-Serien mit. Ob ihr erster Film «Hades» zu den Gewinnern gehört, erfährt sie am 18. Juni in Köln. Ackermann: «Mein Team und ich werden bestimmt sehr nervös sein – aber wir freuen uns riesig auf diesen Tag.»

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