Unter der neuen Führung von Multimillionär Guido Fluri (46) ändert sich einiges: «Die Miss Schweiz Organisation AG hat beschlossen, keine Details mehr über das Einkommen der jeweiligen Miss Schweiz zu veröffentlichen», sagt Neu-Missen-Betreuerin Kristina Joksimovic (26). Auf die Fragen, wie lukrativ denn der Schönheitstitel für die kommende Miss Schweiz noch sein werde und was sie am Wahlabend für Preise nach Hause nehmen dürfe, gibt es keine Antworten. Joksimovic: «Da wir noch in Verhandlungen eingebunden sind, können wir keine Informationen über die Preise geben.»

Dass die Show im Juni erstmals vom Privatsender Sat 1 und nicht mehr vom Schweizer Fernsehen (SRF) und somit auch nicht in allen drei Landesteilen ausgestrahlt wird, wirkt sich gemäss Experten mit Sicherheit auch auf die Einnahmen der Miss-Organisation und der amtierenden Schönheitskönigin aus. Denn je grösser die TV-Reichweite, umso mehr Geld fliesst automatisch auch in die Sponsoringkasse. Wichtige Sponsoren wie unter anderem Migros, Nivea oder H&M sind bereits ausgestiegen.

Die Verantwortlichen der Mister-Schweiz-Wahl haben schon erfahren, wie schwer es ohne SRF ist: Gerade mal 45 700 Menschen waren im Schnitt dabei, als die 12 Männer im vergangenen August auf 3+ um den Mister-Titel kämpften. Das war ein Marktanteil von schlappen 3,1 Prozent – eine herbe Enttäuschung für die Macher, den Kanal und natürlich auch die Sponsoren.

Wie stark die Einnahmen einer Miss Schweiz an die TV-Quoten gekoppelt sind, zeigt, dass in den letzten Jahren mit sinkenden Zuschauerzahlen auch die amtierenden Schönheitsköniginnen sofort deutlich weniger verdienten: Bei der letzten SRF-Übertragung im Jahr 2011 schalteten nur noch 400 000 Zuschauer zu, als Alina Buchschacher (22) gewählt wurde – sie musste sich danach in ihrem Amtsjahr mit weniger als 280 000 Franken begnügen.

Zuvor, als die TV-Übertragung der Miss-Schweiz-Wahl noch Quoten um eine Million Zuschauer hatte, zahlte sich das Schön-Sein viel mehr aus: Christa Rigozzi (29) verdiente während ihres Amtsjahres im 2006 über eine halbe Million Franken. Aber auch Schönheitsköniginnen wie Lauriane Gilliéron (470 000 Franken), Amanda Ammann (450 000 Franken) oder Whitney Toyloy (420 000 Franken) sahnten während ihrer Zeit als Miss Schweiz kräftig ab. Zudem erhielten sie Extrapreise wie ein Auto, Kleider, Kosmetikprodukte und vieles mehr. Ob es auch dieses Jahr wieder ein Auto zu gewinnen gibt, wurde noch nicht bestätigt.

«Mir wurde versichert, dass man die Wahl nicht wegen der Quoten, sondern wegen des Inhalts des Formates absetzte», verriet Fluri vor kurzem unserer Zeitung. Langfristig will er mit seiner Show zurück zum SRF. Man werde nach der Live-Show im Juni das Ganze analysieren «und noch einmal mit den Verantwortlichen des Schweizer Fernsehens zusammensitzen, um zu sehen, ob eine erneute Partnerschaft Sinn macht».

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