Auch wenn es vor einem Jahr noch hiess, man arbeite an einer Wiedereröffnung, so bleiben die Tore des Gourmet- und Partytempels «Badrutt’s Place» in Miami (USA) für immer geschlossen. Gemäss Recherchen wird die Immobilie an bester Adresse an der South Miami Avenue bereits anderweitig genutzt. Der Schweizer Hotelerbe Johannes Badrutt (43) will nach Aussagen eines Freundes seines ehemaligen Küchenchefs Davide Piana (47) nun doch kein eigenes Geld mehr in das Projekt investieren: «Dass er sein Lokal schliessen musste, setzte Johannes sehr zu. Er hatte so stark an den Erfolg geglaubt», sagt Pianas Kollege. «Es wird keinen Relaunch in Miami geben. Johannes konzentriert sich jetzt voll auf seine neuen Gastronomie-Pläne – um was es sich dabei handelt, will er noch nicht verraten.»

Im Engadiner Bergdorf St. Moritz hofft man hingegen, dass sich der umtriebige Urenkel des legendären Hotel-Pioniers Johannes Badrutt († 1889) nach der Schmach in Amerika nun definitiv aus der Gastronomie zurückzieht. Dies, weil es den Anschein erweckte, das Restaurant in Miami gehöre zum «Badrutt’s Palace» St. Moritz und der Konkurs somit alles andere als Image fördernd war. Johannes Badrutt setzte bei seinem Projekt gezielt auf den glänzenden Ruf seines Familiennamens: «Ein Name mit Geschichte – europäische Familientradition. In der Badrutt’s Place Restaurant Lounge Miami erleben Sie Gastronomie auf höchstem Niveau im Umfeld eines einzigartigen Designs», schrieb er damals auf die Website seines Restaurants. In vielen international renommierten Hochglanz-Magazinen wurde sein Lokal in Miami als Ableger vom «Badrutt’s Palace» in St. Moritz gehandelt.

Der als Lebemann bekannte Johannes Badrutt ist der einzige direkte Verwandte von Mehrheitsaktionär Hansjürg Badrutt (82). Nach einem heftigen Familienstreit mit seinem Onkel hatte er sogar Hausverbot, weil er Ende 2006 seinen Kapitalanteil für rund 28 Millionen Franken dem italienischen Immobilienunternehmer Luigi Zunino verkaufte.

«Das war ein Schock für uns, ich musste sofort handeln und meine Nachfolge regeln», sagte der kinderlose Hansjürg Badrutt (82) kurz darauf in einem Interview und vererbte die Nobelherberge frühzeitig an Hotel-Direktor Hans Wiedemann (59). Hotel-Manager Wiedemann will den Konkurs in Miami nicht kommentieren – und auch Badrutts künftige Pläne nicht: «Das ‹Badrutt’s Place› in Miami war im Projekt von Johannes Badrutt, der mit dem ‹Palace› in St.Moritz nicht mehr liiert ist. Wir wissen nichts über das Projekt und sehen daher von einer Stellungnahme ab.» Johannes Badrutt war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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