VON PASCAL MÜNGER

Im Vorfeld der Street Parade waren es vor allem die zahlreich erwarteten Briten, die den Veranstaltern Bauchschmerzen bereiteten. Die Schweinegrippe, die in England bereits massiv wütet, hat mit dem einreisenden Techno-Fan als Wirt gute Chancen, auf die Party-People der Limmatstadt überzuspringen. «Wegen der Schweinegrippe tanze ich dieses Jahr nicht in den Massen, sondern suche mir einen Platz am Rande des Umzugs», sagt eine 20-jährige Raverin aus Basel.

Damit gehörte sie aber zu den Ausnahmen. Die breite Masse liess sich vom Grippevirus nicht verunsichern. Gesichtsmasken waren eher als skurriles Accessoire gedacht denn zum Schutz der Gesundheit. «Wir haben keine Angst vor einer Ansteckung», sagen drei Männer aus Deutschland. «Wir wollen uns von der Schweinegrippe die Street Parade nicht verderben lassen.»

Mehr als das Virus störte die Besucher das Hudelwetter an der gestrigen Street Parade, die mit dem Motto «Still Have a Dream» für ein gewaltfreies Miteinander – egal welcher Rasse, Hautfarbe, Religion oder sexueller Ausrichtung – einstehen will. War es am Morgen weitgehend trocken, regnete es von Beginn an (13 Uhr) den ganzen Nachmittag.

Die Hoffnung der Veranstalter auf einen «angenehmen Mix aus Wolken und Sonne» löste sich buchstäblich in Wasser auf. «Wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen. So haben wir eine Gratisabkühlung», witzelt ein Techno-Fan aus Bern, der schon seit 10 Uhr am Feiern ist.

Die diesjährige Street Parade war mit ungefähr 500 000 Zuschauern enttäuschend besucht. Dies liegt aber nicht einzig an Schweinegrippe und schlechtem Wetter. Begleiteten in den Jahren 2004 und 2005 noch rund 1 Million Menschen die elektronische Musikszene rund ums Zürcher Seebecken, waren es heuer knapp die Hälfte.

Die Gründe sind vielfältig, ein wichtiger Punkt ist das Image-Problem des Events. Daran ist aber nicht die elektronische Musikszene schuld, sondern die Street Parade selber. Zwar ist die Techno-Welle in diesem Jahrtausend stetig abnehmend, doch die Klubs am Wochenende sind gut besucht, die Musik bleibt ein Massenphänomen. Nicht umsonst stürmen Stars der Szene wie DJ Antoine oder Mr. Da-Nos regelmässig unsere Charts.

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