Stephan Roemer (49), Gründer und Inhaber des grössten Schweizer Asien-Reisen-Anbieters Tourasia, ist überzeugt: «Das 21. Jahrhundert gehört Asien. Der grösste Kontinent der Erde boomt nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch als Touristendestination enorm.» Als 20-Jähriger Tourismusfachmann durfte der gebürtige Rapperswiler sein Berufspraktikum auf den Philippinen absolvieren. «Als ich zurückkehrte, wollte mein damaliger Chef, dass ich für ihn gleich den ersten auf Asien spezialisierten Reiseveranstalter aufbaue», erinnert sich Roemer.

Es ist ihm gelungen: Heute ist Roemers Firma Tourasia – er wechselte 1992 in die Selbstständigkeit – das mehrfach ausgezeichnete und grösste Kompetenzzentrum für Asien-Reisen in der Schweiz und sogar in Europa. In seiner Hauptzentrale in Wallisellen ZH ist er Chef von 30 Mitarbeitern und verteilt in ganz Asien beschäftigt Roemer noch einmal weitere 120 Festangestellte. Die Firma macht mehr als 55 Millionen Umsatz im Jahr. Roemer: «Das grösste Wachstum erlebten wir in den letzten sechs Jahren, seit der Verbreitung des Internets.»

Die Nachfrage nach individuellen Reisen sei nicht nur hierzulande riesig und stetig wachsend, jährlich ziehe es über 200 Millionen Touristen aus aller Welt nach Asien. «Wobei diese nicht nur aus Europa stammen, sondern sogar mehrheitlich aus den eigenen Reihen», sagt Stephan Roemer. Dies sei aber keine Überraschung, denn obwohl Roemer seit mehr als 30 Jahren selber regelmässig nach Asien reist, habe er immer wieder das Gefühl, «eigentlich ganz wenig von diesem Kontinent gesehen zu haben. So riesig und unterschiedlich ist er – fast wöchentlich eröffnen sich neue Reisevarianten.»
Stephan Roemers Aufgabe sehen er und sein Team darin, auf jeden einzelnen Kunden ausgerichtete Reisen mit einem echten Mehrwert zusammenzustellen.

«Jeder Gast sucht etwas anderes für seine Traumferien»
«Ich verabscheue den Massentourismus, denn jeder Gast sucht etwas anderes für seine persönlichen und unvergesslichen Traumferien.» So bieten beispielsweise die Philippinen südseehafte Traumstrände abseits der Touristenmassen, Japan steht für Dynamik, Exotik und die Faszination einer fremden Kultur – und wer das pulsierende Stadtleben geniessen will, für den «mag vielleicht Bangkok die ideale Destination sein», erklärt Experte Roemer.

Er selbst besitzt mit seiner thailändischen Ehefrau eine Residenz in Bangkok – das hektische Stadtleben dort stehe im starken Kontrast zu seinem Haus auf dem Land in der Schweiz, «wo nebenan Kühe grasen». Insgesamt neun Wochen verbrachte er dieses Jahr schon in Bangkok. Langweilig wird es dort nie, denn auch die Asiaten geniessen ihre Ferientage gerne mit Ausflügen, Aktivitäten oder ihrer wohl grössten Leidenschaft, dem Shopping. Abends trifft man sich in den zahlreichen Restaurants und etwas später am Abend zieht die Touristenschar weiter in das Nachtleben, wo es von Freiluft-Discos bis zum mondänen Privatclub mit Gästeliste auch für jeden Geschmack etwas dabei hat. Wem der Rummel zu viel wird, der weicht aus auf wenig bekannte Destinationen, wo man noch das unverfälschte und kaum berührte Asien vorfindet.

Waren die Europäer früher die dominierende Fraktion der Badetouristen auf Phuket, Ko Samui oder Bali, so heissen die Tipps für sie heute eher Khaolak, Inseln im Golf von Siam oder Philippinen. Wenn man abseits der grossen Touristenmagnete reist, findet man immer noch das unverfälschte, kaum berührte Asien vor. Stephan Roemer: «Je mehr der Gast von der Kultur versteht und sich darin einlebt, umso mehr profitiert er von einer Reise. Das ist nicht nur in Asien so, sondern auf der ganzen Welt.»