VON SACHA ERCOLANI

Arzt- und Krankenhausserien wie «Dr. House» oder «Emergency Room» sind vor allem beim weiblichen TV-Publikum hoch im Kurs und absolute Quotenknüller. Und gemäss einer aktuellen Umfrage des RTL-Magazins «Extra» hätten europäische Frauen am liebsten einen Arzt als Mann – rund siebzig Prozent der 3500 Befragten gaben an, ein «Gott in Weiss» wäre ihr Traumpartner.

Es waren wohl auch mehrheitlich Frauen, die am vergangenen Samstag bei der TV-Abstimmung René Prêtre zum «Schweizer des Jahres 2009» gewählt haben. Der Chirurg gewann das Votum mit 24,3 Prozent deutlich. Den Swiss Award nahm in der Fernsehshow Prêtres Tochter entgegen.

René Prêtre hat alles, was einen Mann sexy macht: Er rettet Leben, sieht blendend aus und ist äusserst erfolgreich im Job – genau wie die Filmstars in den Krankenhausserien. Und aufgepasst, liebe Frauen, nun kommt aus: Prêtre ist Single! «Es stimmt, ich habe momentan keine Beziehung», bestätigt er auf Anfrage dem «Sonntag» am Telefon. Doch Prêtre gibt sich bescheiden: «Über mein Privatleben möchte ich lieber nicht reden.»

Eins ist klar: Eine Beziehung mit dem smarten Arzt ist für keine Frau einfach, denn René Prêtre ist als leidenschaftlicher Chirurg, der sich international engagiert, im Dauereinsatz. Seit acht Jahren ist er Chefarzt der Herz-Chirurgie am Zürcher Kinderspital (Kispi) und Professor an der Universität Zürich. Der Jurassier gilt als einer der Besten in seinem Fach. Rund 300 Herzen operiert er pro Jahr. In 30 Prozent der Fälle wissen die Ärzte vor der Geburt, ob ein Kind einen Herzfehler hat. Dann findet der Eingriff in der ersten Lebenswoche statt.

Prêtre operiert aber nicht nur Kinder, sondern jährlich auch mehr als 80 Erwachsene mit angeborenen Herzmissbildungen oder defekten Herzklappen am Universitätsspital Zürich. Zeit für ein ausgiebiges Familien- oder Beziehungsleben bleibt da kaum.

Gut möglich, dass darum die Ehe mit Gabriela – auch sie Ärztin – in die Brüche ging. Trotzdem feierten die beiden die letzten Weihnachten mit ihren Töchtern Tatiana und Camille. «Wir sind gute Freunde geblieben», so Prêtre, der in seinen Ferien in den vergangen Wochen herzkranke Kinder in Moçambique operierte. Morgen landet er in Zürich, und am Kinderspital gibts einen grossen Empfang für den Publikumsliebling. René Prêtre: «Seit dem letzten Samstag habe ich mehr als 300 SMS und über 400 E-Mails erhalten. Das ist unglaublich. Ich bin ja gespannt, was mich in der Schweiz noch alles erwartet.»

Er habe etwas Respekt vor dem Rummel, freue sich jedoch sehr, nach der «stressigen Zeit» wieder nach Hause zu fliegen. «Am Freitag hatte ich die letzte schwierige und extrem strenge Operation – und alles ist super verlaufen.» Aber auch in der Heimat wartet viel Arbeit auf den begehrten Herzchirurgen: «Für Ende Woche ist ein sehr komplexer Eingriff geplant.» Neben vielen Patienten, wartet in Zürich wohl zudem massenhaft Fanpost auf René Prêtre – und ganz bestimmt wird auch der eine oder andere Heiratsantrag dabei sein. Der frischgebackene «Schweizer des Jahres» ist eben ein echter Traummann.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!