Der vollamtliche Gottesdiener hat Mitleid mit dem ehemaligen Präsidenten der christlich demokratischen Volkspartei (CVP), denn nachdem Darbellay sich outete, dass er durch einen One-Night-Stand im vergangenen Dezember nun Vater eines unehelichen Sohnes geworden ist, wird er vor allem in Online-Foren heftig und teils unter der Gürtellinie angegriffen. «Das ist bösartig. Es werfe den ersten Stein, der frei von Sünde ist», mahnt Sarbach die Kritiker.

Es ist jedoch vor allem die Version von Darbellay, der letzte Woche im «SonntagsBlick» behauptete, die Schwangerschaft sei nur passiert, weil er «eine Nacht mit einer Frau verbrachte», die für Diskussionen sorgte und ihm als Lüge ausgelegt wird. Das man von einmal Sex schwanger werde, sei von der Wahrscheinlichkeit her mit einem Lotto-Sechser zu vergleichen, heisst es.

«Beide haben nicht verhütet»
Für Professor Dr. Jürgen M. Weiss (47), Leiter Kinderwunsch und Endokrinologie im Kantonsspital in Luzern, ist das nur so zu erklären: «Beide Partner waren fruchtbar und beide Partner haben nicht verhütet. Das heisst, dass sich beide risikoreich verhielten, und solches Verhalten kann nicht nur zu einer Schwangerschaft führen, sondern auch zur Übertragung von Geschlechtskrankheiten.»

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau bei einem One-Night-Stand schwanger wird, beziffert der Experte auf unter 5 Prozent. «Manche nicht bewiesene Ansichten gehen sogar davon aus, dass bei einem One-Night-Stand aufgrund des besonderen Momentums, die Chancen schwanger zu werden höher liegen, da etwa die Spermienqualität höher sei», sagt Weiss. «Andere gehen davon aus, dass Frauen zu ihrer fruchtbaren Zeit besonders attraktiv für Männer seien. Dies könnte erklären, warum es gerade zu diesem Zeitpunkt zu einem One-Night-Stand kam, der in eine Schwangerschaft mündete.»