Wie geht man damit um, wenn ein – pardon – fertiges Arschloch einem einen noch so schönen Abend verdirbt? Irgendwelche kreativen Antworten gefällig», postete Ex-Miss-Zürich Ellen Tkatch (28) vor wenigen Tagen auf ihrem Facebook-Profil und stellte ein Foto des anonymen Schreibens ihres Nachbarn gleich mit ins Netz. Der ist sauer, dass die zukünftige Ehefrau von Bastien Girod (31) ihr Velo nicht im Abstellraum, sondern jeweils direkt neben der Eingangstür parkiert.

«Erstens kannst Du anscheinend nicht lesen. Falls doch, besitzt Du zweitens die Ignoranz und Frechheit, Dein superstylisches Velo trotzdem hier hin zu stellen. Und drittens bist Du anscheinend arrogant genug, den Zettel, welcher am Gitter angemacht war, mir nichts dir nichts zu entfernen», ärgert sich der Nachbar und droht: «Wundere Dich also nicht, wenn Du einmal keine Luft mehr in den Reifen haben solltest. Immerhin haben wir ja ein Abstellplatz, welcher sich keine 30 cm entfernt befindet. Aber wenn man zu faul ist.»

Um den Streit nicht eskalieren zu lassen, will die schöne Zürcherin sich auf Anfrage nicht dazu äussern – denn bis heute weiss Ellen Tkatch nicht, um welchen ihrer vielen Nachbarn es sich handelt. Ihre Facebook-Freunde stehen aber geschlossen hinter Tkatch: «Gut geschrieben ist’s zwar. Doch dieses armselige Wesen hat wirklich keine echten Probleme. Reaktion: keine. Lächeln und schön alle Nachbarn grüssen. Auf diesem Niveau kann man nicht diskutieren», kommentiert Facebook-Freund Michael. Ein weiterer Freund schlägt vor, «den Velorahmen unter Starkstrom» zu setzen. Angela würde ihn ignorieren, «da wird er sich nur noch mehr nerven».

Die Facebook-Gruppe «Social Media Club» befasst sich seit einem Jahr damit, wie man sich als Facebook-Nutzer verhalten sollte – und stellt klare Regeln auf: «Mobbing ist in der virtuellen Welt genauso verpönt wie in der realen. Diffamieren Sie daher niemanden und intrigieren Sie nicht», schreibt die Gruppe. «Schreiben Sie im Social Web nichts, was nicht morgen auch in der Zeitung stehen dürfte. Denn im Netz verbreiten sich Informationen schnell, grenzenlos und dauerhaft.»

Ellen Tkatch hat sich nicht an diese Regeln gehalten und der Streit scheint ihr nahe zu gehen, denn aus Angst vor weiteren Attacken parkiert sie ihr Fahrrad nun jeweils immer im Abstellraum und den Beitrag auf Facebook hat sie gelöscht. Gut möglich, dass auch Partner Bastien Girod – Greenpeace-Aktivist und Gründungsmitglied der Jungen Grünen Kanton Zürich – ihr dazu geraten hat. Die beiden wohnen inzwischen schon mehr als ein Jahr zusammen in der schmucken Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung im Zürcher Kreis 3, und bisher war es da immer friedlich.

Lange werden Tkatch und Girod nicht mehr da wohnen, denn seit Anfang 2011 sind sie verlobt und sie wollen bald heiraten. Auch Kinder wünscht sich das Paar, eine grössere Wohnung ebenso, verrieten sie in einem Interview. Ein Aussenabstellplatz für Velos wäre im neuen Heim wohl von Vorteil.

Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!