Langjährige Sponsoren kehrten den Rücken, die Missen-Macher waren auf der Suche nach einem TV-Sendeplatz: Noch vor einem Jahr stand die Miss- Schweiz-Organisation vor dem Aus und der Missen Titel 2013 schien alles andere als lukrativ. Jetzt hat sich das Blatt zum Guten gewendet. Nur knapp drei Monate nach ihrer Amtseinführung im vergangenen Juni kann Dominique Rinderknecht (24) erheblich mehr Buchungen als die bestverdienende Miss Schweiz aller Zeiten verzeichnen. «Wir haben in den letzten Tagen die Buchungen genau verglichen», sagt Guido Fluri (47), der seit zehn Monaten neuer Besitzer der Miss-Schweiz-Organisation ist. «Dominique kann in den ersten Monaten so viele Aufträge vorweisen wie noch keine andere Miss vor ihr.»

Gemäss ersten Hochrechnungen liegt der «blonde Wirbelwind», wie die neue Miss Schweiz in der Szene genannt wird, im direkten Vergleich sogar schon 40 Prozent über dem Verdienst von Christa Rigozzi (verdiente damals zirka 140 000 Franken in drei Monaten). Stimmen die Zahlen, so hat Rinderknecht in den ersten drei Monaten schon rund 196 000 Franken eingenommen. Und es wird so weitergehen, denn gemäss Guido Fluri ist sie auch für den Herbst und Winter «schon sehr gut gebucht». Fluri: «Ihre heitere und professionelle Art kommt bei den Sponsoren, Werbern und dem Publikum einfach super an.»

Im Vergleich: Christa Rigozzi (30) hatte einst als Miss Schweiz neue Massstäbe gesetzt, in ihrem Amtsjahr 2006 verdiente sie brutto rund 570 000 Franken – mehr als jede Miss zuvor. Die Tessinerin hatte aber einen grossen Vorteil gegenüber Rinderknecht, denn damals wurde die Wahl noch vom Schweizer Fernsehen (SRF) übertragen und erreichte landesweit Traumquoten. Dominique Rinderknecht beschert dem von vielen namhaften People-Journalisten längst für tot erklärten Missen-Zirkus also ein fulminantes Comeback. Und nicht nur das, dem neuen Team um Missen-Betreuerin Karina Berger (45) ist es gelungen, auch die Marke zu stärken: Gemäss Roni Haug, dem Sprecher der Miss-Schweiz-Organisation, erschienen alleine von Oktober 2012 bis Juli 2013 mehr als 2200 Medienberichte. Damit konnten gemäss eigenen Angaben über 870 Millionen Leser- oder Zuschauer-Kontakte hergestellt werden. «Mit dem neuen Konzept hat die Marke Miss Schweiz das Potenzial gestärkt zu werden und damit ist sie auch für die Sponsoren wieder wertvoll», sagt der renommierte Zürcher Markenexperte Stefan Vogler.

Guido Fluri, der mit einer Privat-Investition und persönlichem Engagement den Schönheitswettbewerb rettete, will jedoch nicht auf diesem Erfolg ausruhen und kündigt bereits grosse Änderungen an: «Die nächste Wahl muss noch viel besser werden, wir müssen hart arbeiten, um das Publikum noch mehr zu begeistern.» Man sei nun daran, die künftige Strategie und Ausrichtung neu zu definieren und werde im Herbst kommunizieren, wie es weitergehe. Klar ist aber schon jetzt, der Selfmade-Millionär Fluri, der sein Geld mit Immobilien und Firmen-Beteiligungen verdiente, verlangt von einer Schönheitskönigin vor allem auch soziales Engagement. Sie müsse beispielsweise auch auf einem Podium einer Kulturveranstaltung als Vorrednerin bestehen können, sich nachhaltig für sozial schwächere Menschen einsetzen und nicht nur an seichten Cüpli-Events teilnehmen. «Eine Miss Schweiz darf daher nicht nur an ihrem Verdienst gemessen werden», sagt der Zuger Unternehmer. «Sie sollte auch mit ihrer Herzlichkeit Spuren hinterlassen!»

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