Mit seiner Rolle als Einbürgerungs-Beamter in «Die Schweizermacher» verzauberte Emil Steinberger das Publikum. Die Komödie von Regisseur Rolf Lyssy (75), lockte 1978 mehr als 940000 Zuschauer in die Kinos und ist bis heute der erfolgreichste Schweizer Kinofilm aller Zeiten. Und obwohl Emil nach dem Erfolg unzählige Filmrollen-Angebote erhielt, lehnte er immer wieder ab.

Überraschenderweise plant der 78-jährige Künstler nun doch noch einen grossen Filmauftritt: «Ich habe mit meiner Frau Niccel zwei Jahre an einem Drehbuch für einen Film gearbeitet, jetzt ist es fixfertig», enthüllte Emil Steinberger am Rande eines Events in Luzern im Interview mit dem Regionalsender www.aktuell.tv. «Darin ist natürlich eine spezielle Rolle für mich aufgeschrieben.»

Auf Anfrage des «Sonntags» wollte der Luzerner Ehrenbürger nichts über den Inhalt des Filmes verraten. Er habe am vergangenen Montag ein «wichtiges Treffen» gehabt und könne erst in etwa zwei Wochen mehr über das Projekt sagen. «Dann kann ich genaue Angaben machen.» Ob es sich nun definitiv um einen Kinofilm handelt oder allenfalls um einen Fernsehfilm – Emil lässt sich nicht in die Karten blicken.

Das man auch im hohen Alter noch grosse Filmerfolge feiern kann, bewies die im Januar verstorbene Volksschauspielerin Stephanie Glaser: 2006 erhielt sie mit 86 Jahren ihre erste Hauptrolle im Kassenschlager «Die Herbstzeitlosen». Im selben Jahr wurde sie am Filmfestival Locarno mit einem Spezial-Leopard geehrt und drehte danach gar noch vier weitere Filme.

Auch der gelernte Pöstler Emil Steinberger ist beim Publikum nach wie vor hoch im Kurs, das beweist er schon seit Jahrzehnten: Die Vorstellungen seines aktuellen 100-minütigen Bühnenprogramms «Drei Engel!», mit dem er derzeit durch die Schweiz tourt, sind jeweils restlos ausverkauft. Und auch die alten Emil-DVDs, CDs und Bücher, die in grossen Kreisen Kultstatus geniessen, verkaufen sich noch immer hervorragend. Emil scheint den Erfolg gepachtet zu haben und wird bestimmt wieder für volle Kinosäle sorgen.

Über seine bisherige Filmkarriere schreibt Steinberger auf seiner Webseite: «Eigentlich fühlte ich mich nie so richtig wohl bei der Filmarbeit. Mit Ausnahme des Films ‹Die Schweizermacher›, in dem ich einfach mich selbst spielen konnte.»

Anfragen, ob er in Filmen mitspielen würde, kämen immer noch viele, aber oft gehe es wahrscheinlich nur darum, mit klingenden Namen die Zuschauer ins Kino zu locken. «Man erscheint dann vielleicht 30 Sekunden lang im Film. Aber das entspricht nicht meiner Vorstellung von Filmrollen.» Ein guter Grund, warum Emil sein eigenes Drehbuch realisierte und sich seine Traumrolle gleich selbst auf den Leib schrieb.

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