Von Reinhold Hönle

«Ich hatte mich gerade gefreut, dass ich Bachelorette werde und für drei Wochen zu Dreharbeiten nach Thailand reisen kann, als die Kündigung der Wohnung per Ende September ins Haus flatterte», erzählt Zaklina Djuricic von ihrem Wechselbad der Gefühle. Obwohl sie schon 2013, als sie mit Sohn Leandro (7) «Im Heidenkeller» im zürcherischen Urdorf einzog, gewusst hatte, dass die 70er-Jahre-Überbauung zum Abbruch bestimmt ist, schmerzt sie der Abschied. Was anfangs einfach günstiger, nur auf ein Jahr befristeter Wohnraum war, ist ihr durch die zweimalige Verlängerung des entsprechenden Mietvertrags und die Kreativität, die sie selbst in die Verschönerung investiert hat, immer mehr ans Herz gewachsen.

Die 29-jährige Aargauerin hat das abgewohnte Objekt preisbewusst mit ein paar Kübeln von Farbmustern – Lindgrün, Vanille, Taupe, Pink und Aquamarine – eigenhändig in ein peppig-poppiges Zuhause verwandelt, in dem jedes der viereinhalb Zimmer einen eigenen Charakter hat. In der Küche haben die auch sonst malerisch begabte Mutter und ihr Sohn einen grossen Baum mit vielen bunten Blättern an die Wand gemalt. Fast noch mehr Romy-Schneider-Fotos hängen in der Wohnung. «Sie fasziniert mich, seitdem ich die Sissy-Filme gesehen habe, und liess mich davon träumen, Schauspielerin zu werden», verrät Zaklina. Während sie dafür zu viel Lampenfieber hat, konnte sie sich einen anderen Kindheitstraum erfüllen: In einem Prinzessinnenbett in einem pinken Schlafzimmer zu schlafen. Dank dem 3+-Quotenrenner «Die Bachelorette» hat die Romantikerin nun auch ihren Traumprinzen dazu gefunden. «Mir ist so etwas zwar viel zu kitschig, aber das ist nicht so schlimm, weil es ja meistens dunkel ist, wenn wir im Schlafzimmer sind», merkt ihr Auserwählter Michael Schmied (27) mit einem Schmunzeln an. «Zudem bin ich sicher, dass unser erstes gemeinsames Schlafzimmer anders aussehen wird.»

Verliebt und streitlustig
Nachdem das erfolgreiche Reality-TV-Format während der Ausstrahlung der Staffel viel Kritik für die hölzern wirkenden Szenen geerntet hatte und angezweifelt worden war, ob zwischen den Protagonisten echte Gefühle im Spiel sind, wirkt das Paar bei unserem Besuch glaubwürdig und verliebt. Es redet nicht nur über gemeinsame Zukunftspläne, sondern ist bereits daran, sie zu realisieren. Die erste gemeinsame Wohnung in Sirnach bei Wil liegt ideal für Michael, der Kaffeemaschinenvertreter in der Ostschweiz ist, ermöglicht aber auch Zaklina, ihren Büroarbeitsplatz bei «Loft 1» in Zürich mit dem Zug in nützlicher Frist zu erreichen. Ob sich die Romantikerin oder der Thurgauer, der auf moderne Möbel, Elektronik, Schwarz und Weiss steht, bei der Einrichtung durchsetzt, wird sich nach dem Umzug im Oktober zeigen. Zaklina, die mit seinem Faible für Coolness nicht viel anfangen kann, fordert: «Eine Familienwohnung muss Wärme ausstrahlen und ein wenig heimelig sein. Deshalb ist die Einrichtung Frauensache.»

Das junge Paar zeigt sich jedoch bei aller spielerischen Streitlust kompromissbereit. Nachdem Zaklina Michael bei der Wohnortwahl entgegengekommen ist, verkauft er nun seinen Supersportwagen Audi R8 zugunsten eines geräumigeren Fahrzeugs, in dem auch Leandro Platz hat. «In ein paar Jahren wollen wir vielleicht auch mal einen Kinderwagen im Kofferraum verstauen können», orakelt Michael. «Zaklina und ich wollen aber nichts überstürzen.»

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