Christian Wolfensberger (42) arbeitet bei Zuger Rohstofffirma Glencore Xstrata. Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» schätzte, dass Wolfensberger eine Beteiligung von 1 bis 3 Prozent an der Firma hält. Am Tag des Börsengangs im Mai 2011 betrug der Wert seines Aktienpakets somit zwischen 0,5 und 1,6 Milliarden Franken. Gemäss aktuellen Berechnungen des «Schweiz am Sonntag»-Börsen experten François Bloch haben Christian Wolfensbergers Aktien derzeit einen Wert von rund 348,21 Millionen Franken.

Aber auch wenn die Aktien von Glencore Xstrata seit dem Börsengang rund 50 Prozent eingebüsst haben, so müssen sich die Ex-Miss-Schweiz und ihr Traumprinz keine Sorgen machen: Mit einer aktuellen Dividenden-Rendite von 4,99 Prozent erhält der smarte Geschäftsmann jährlich zusätzlich rund 17,3 Millionen Franken Dividenden ausgeschüttet.

Dieser Reichtum ist der anonymen Bettel-Person nicht entgangen – sie hat Forderungen und jammert: «Ich wurde bei der Arbeit gedemütigt und entlassen», schreibt sie. Deshalb müsse sie nun in London in einem «beengenden 12-Quatratmeter-Zimmer» hausen und wolle nun endlich ihr eigens entworfenes Traumhaus bauen. Umgerechnet 21 Millionen Franken soll es kosten. Gegenleistung für die Millionen-Spende: ein einzigartiges Zertifikat in der Grösse von einem Quadratmeter, dass sich Christian Wolfensberger in sein Arbeitszimmer hängen könne.

«Diese Aktion stellt ganz klar eine Verletzung der Persönlichkeit von Christian Wolfensberger dar», sagt Medienanwalt Georg Gremmelspacher. Auch gäbe es bei der Internetseite absolut kein Interesse der Öffentlichkeit an der Nennung des Namens und an der Veröffentlichung von Fotos.

Dubios ist, dass sich der oder die Absender/-in nicht zu erkennen gibt und sich hinter mehreren umgeleiteten Web-seiten und einer E-Mail-Adresse versteckt. Auf eine schriftliche Anfrage der «Schweiz am Sonntag» reagiert niemand. In der internationalen Datenbank «Whois», bei der Informationen zu Domains und IP-Adressen und deren Eigentümern abgefragt werden können, ist nur ersichtlich, dass die Wolfensberger-Adresse in der polnischen Stadt Krakau registriert wurde.

Anwalt Gremmelspacher: «Auch wenn die Erfolgschancen einer Klage gut sind, so erschwert diese Anonymität die Rechtsdurchsetzung.» Gemäss einem Bekannten des Paares sind Christian Wolfensberger und seine Ehefrau Fiona Hefti schockiert und besorgt über die Vorgehensweise aus Polen. Stellung nehmen wollen sie aber nicht. Das Paar ist seit 2007 verheiratet und hat drei gemeinsame Kinder.