VON KURT-EMIL MERKI

Stockfinstere Nacht ist es, kurz nach vier Uhr in der Früh. Im Schlafzimmer von Francine Jordi heult der Wecker. Sie stellt ihn sofort ruhig, denn sie ist – wie immer in solchen Situationen – akkurat fünf Minuten vor dem Weckerlärm erwacht. Wenn sie so früh aufstehen muss – um ein Morgenflugzeug zu erreichen zum Beispiel –, schläft sie unruhig.

Sie macht sich zurecht. Dann geht alles zackzack. Hopp in den Peugeot und ab in Richtung Zürich. Ungefähr um sieben Uhr trifft sie mit dem Kleiderkoffer, der Beautybox und der Handtasche am Flughafen Zürich ein. Problemlos gehts in der beinahe menschenleeren Anlage durch die Abfertigung.

Der Abflug der kleinen Fairchild Dornier, einer Turboprop-Maschine der Cirrus Airlines, verzögert sich. Francine Jordi bekommt es nicht mit. Sie hat sich auf dem Einzelsitz 8A installiert, der Mantel liegt über ihren Knien. Sie schlummert Salzburg entgegen.

Um 9.10 Uhr landet Flug 1202 in der Mozartstadt. Vor der Ankunftshalle wartet Gustl Viertbauer, Francines Manager. Zusammen fahren die beiden an die Konstanze-Weber-Gasse 3, wo die Produktionsfirma Degn ihren Sitz hat.

Was für ein Bienenhaus. Es wimmelt von Leuten, die alle irgendetwas zu tun haben. Einer der vielen: Wolfgang Moik. Er ist Produktionsleiter (und der Sohn von «Musikantenstadl»-Erfinder Karl Moik). Er begrüsst Francine Jordi und ihren Manager als alte Freunde. Dann kommt ein Mitarbeiter nach dem andern, sagt herzlich «Grüss Gott», gibt ein Küsschen.

Francine Jordi wird nicht gerade wie eine Prinzessin empfangen, aber wie eine hochrespektierte Künstlerin. Kaum hat sie sich einigermassen in diesem Haus eingerichtet, herrscht allenthalben gute Stimmung. Francine ist eine Frohnatur, behandelt alle mit der gleichen Freundlichkeit. Ihre Ausstrahlung überträgt sich sofort auf die Umgebung.

Höchste Zeit für die Schminke. Während die schöne Frau noch schöner gemacht wird, erzählt Moik, was er mit ihr vorhat. «Wir werden einen dreiminütigen Videoclip drehen. Dafür benötigen wir ungefähr anderthalb Dreh- und ebenso viele Schneide-Tage.» Jordis Manager Viertbauer: «Ein Clip ist heute auch für eine Schlagerproduktion unerlässlich. Anders lässt sich der Verkauf einer CD kaum mehr ankurbeln.»

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