DROHBRIEFE UND FÄKALIEN FÜR SVP-POLITIKER KUHN

Seit seinem Blog-Eintrag über «linke und ungepflegte Frauen» ernten er und seine Frau Kritik. Jetzt schreibt er ein Buch.

VON CLAUDIA MARINKA

Bei Kuhns zu Hause ist nichts mehr, wie es war: Seit der zurückgetretene Stadtparteipräsident der Luzerner SVP vergangene Woche Schweizer Frauen «als Vogelscheuchen» bezeichnet hat, hagelt es Proteste – und die sind nicht immer verbaler Art: «Wir wurden durch Mails, Telefone und Briefe massiv beschimpft und bedroht – sogar Fäkalien lagen in unserem Briefkasten», sagt Kuhn.

Es sei unglaublich, wie primitiv manche Leute reagierten, klagt er. Dabei sei er kein Frauenhasser. «Im Gegenteil, ich liebe die Frauen! Darum habe ich ja auch gesagt, dass es schade ist, wenn sich gewisse Frauen unattraktiv geben», so Kuhn.

viele bürger sehen das jedoch anders. «Meine Frau und ich werden auf der Strasse blöd angemacht, die Leute starren uns an, das ist unangenehm», sagt er. Dass nun auch seine Frau Oxana und seine Tochter in Mitleidenschaft gezogen werden, macht ihm zu schaffen. «Das ist unglaublich. In einem Land mit freier Meinungsäusserung darf doch jeder seine Haltung kundtun», sagt er.

Seine Frau stehe jedenfalls weiterhin zu ihm – und zu ihrer eigenen Meinung. Gegenüber «tagesanzeiger.ch» sagte die gebürtige Russin: «Schweizer Frauen sind überhaupt nicht feminin. Sie vernachlässigen ihr Äusseres und ihre Weiblichkeit.» Schweizer Frauen würden aussehen wie Männer. «Das ist hier die Norm.»

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