Die wahren Gagen der Schweizer Musikstars kennen nur die wenigsten. «Schweiz am Sonntag» recherchierte bei Konzertveranstaltern, Produzenten und Managern und enthüllt, wer wie viel abkassiert. Die Gagen sind variabel und sie richten sich unter anderem nach der Länge des Auftritts und Bekanntheitsgrad des Musikers – zudem ziehen die Managements für ihre Dienste zwischen 10- bis sogar 30 Prozent der Bruttogagen ab.

Mit Liedern wie «Mein Herz» oder «Verrückt nach Dir» kann «Deutschland sucht den Superstar»-Siegerin Beatrice Egli (25) nicht nur viele CDs verkaufen, die eingängigen Songs lassen sich in Deutschland und der Schweiz auch bei Live-Auftritten vergolden – wer Egli verpflichten will, muss tief in die Tasche greifen: Mindestens 25 000 Franken kostet eine halbe Stunde Unterhaltung der gelernten Coiffeuse aus Pfäffikon SZ. Samuel Honegger, Veranstalter der legendären Schlager- Nacht Luzern, bucht Egli für sein Event im kommenden März. Ihn überrascht die horrende Gage nicht: «Man muss natürlich beachten, dass sie ein deutsches Management hat und so auch etwas weiter herum beworben werden kann. Zudem steht sie im Moment wohl auf dem Höhepunkt ihrer Karriere.»

Auch wer die Walliser Pop-Sängerin Stefanie Heinzmann (24), bekannt als Jury-Mitglied bei «The Voice of Switzerland» (SRF1), für einen Firmenevent oder ein Mini-Konzert von maximal 40 Minuten buchen will, muss finanziell auf guten Beinen stehen: «Für Stefanie Heinzmann unplugged bekomme ich in der Schweiz Angebote von 20 000 bis 25 000 Franken», sagt Roman Pfammatter, Chef der Künstleragentur Artistpool. «Baschi kostet ebenfalls über 20 000 Franken.» Und auch Hitparaden-Dauergäste wie Rapper Bligg (37), Soul-Sänger Seven (35), Rapper Stress (36) oder Mundart-Rocker Gölä (45) singen nicht für weniger Geld. Wer weniger Budget hat, kann ab 5000 Franken Künstler wie die Baslerin Nubya (39) oder Ex-»MusicStar»-Siegerin Fabienne Louves (27) buchen.

Der derzeit erfolgreichste Schweizer Musik-Export ist jedoch unangefochten DJ Antoine (38): Gemäss Recherchen erhält der Basler Hit-Produzent für seine internationalen Engagements hinter den Plattentellern pro Abend 30 000 Franken und mehr. Die Menschen rund um den Erdball lieben seine Musik – DJ Antoines Song «Welcome to St. Tropez» wurde alleine auf Youtube schon über 108 Millionen Mal angeklickt. Gebucht wird der Familienvater unter anderem in Moskau, Dubai, Ibiza oder Las Vegas. «Geld spielt dort keine Rolle – was zählt, sind Qualität und Lifestyle», sagte DJ Antoine einst in einem Interview über seine Engagements in Dubai. «Die Scheichs wollen die neusten Trends.»

Das man aber auch in der Schweiz für einen Auftritt an einem Abend sehr viel Geld verdienen kann, bewies René Baumann (45) alias DJ Bobo: Für seine Rap-Einlage am West-Fest zur Eröffnung der Westumfahrung Zürichs im April 2009, erhielt der gelernte Bäcker aus Kölliken 250 000 Franken. Solche Gagen sind jedoch eine Seltenheit. Von Gagen der Weltstars sind aber selbst die beliebtesten Schweizer Musik-Grössen weit entfernt. Mit über 230 Millionen verkauften Tonträgern ist Céline Dion (45) eine der erfolgreichsten Popsängerinnen der Welt. Für ihre Konzertserie in der US-Spielmetropole Las Vegas erhält Dion 450 000 Franken pro Performance. Pop-Prinzessin Britney Spears (31) etwas weniger: Rund 300 000 Franken pro Abend.

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