VON BENJAMIN WEINMANN

«Ich wusste gar nicht, dass ich so viele Fans in der Schweiz habe», sagt Mario Barth im Gespräch mit dem «Sonntag». So richtig bewusst geworden ist ihm dies bei den letzten Konzerten in München, Freiburg oder vergangene Woche in Stuttgart. Da seien ganze Reisecars aus der Schweiz gekommen. «Die wollten alle mein Programm sehen», freut sich der 38-jährige Berliner.

Jetzt dreht er den Spiess um und kommt zu seinen Fans in die Schweiz: «Ich trete am 30. September im Zürcher Hallenstadion auf. Das wird meine Schweizer Premiere.»

In Deutschland gilt Mario Barth zurzeit als erfolgreichster Stand-up-Comedian. 2001 etablierte er sich mit seinem Bühnenprogramm «Männer sind Schweine, Frauen aber auch!» als humoristischer Frauenversteher. 2006 folgte «Männer sind primitiv, aber glücklich!». Der Höhepunkt: 2008 spielte er vor 70000 Zuschauern im Olympiastadion Berlin und stellte damit als Live-Komiker einen Weltrekord auf. 2010 wurde er zum sechsten Mal in Folge mit dem Deutschen Comedy-Preis ausgezeichnet. Und sein Langenscheidt-Übersetzungsbuch «Frau-Deutsch/Deutsch-Frau» aus dem Jahr 2004 verkaufte sich bisher 1,55 Millionen Mal. 2010 folgte das Fortsetzungsbuch für Fortgeschrittene.

Weshalb dauerte es also so lange bis zur Schweizer Premiere? «Eure Bürokratie ist so kompliziert. Ich muss vor dem Auftritt für jedes Mikrofon, jede Lampe, jeden Stecker und jedes T-Shirt ein Formular ausfüllen.» Die vielen Mails von Schweizer Fans hätten ihn nun aber überzeugt, einen Abstecher über die Grenze zu machen. Zudem schätze er die Schweiz – und zwar nicht nur «die leckere Schokolade und die Uhren».

Im Januar war er im Engadin zum Skifahren und ging auf Erkundungstour in Zürich. «Eine sehr schöne Stadt, der See, die Berge im Hintergrund, die schönen Frauen…», beginnt Barth zu schwärmen. «Da kann man schon verstehen, weshalb so viele Deutsche in die Schweiz ziehen.» Er freue sich auch schon auf das weibliche Publikum im September. Doch da gelte für ihn die Devise: Nur anschauen, nicht anfassen.

Barth möchte seine Schweizer Fans mit den gleichen Sprüchen zum Lachen bringen wie die deutschen. «Ich baue nicht gezielt noch irgendwelche speziellen Schweizer Witze ins Programm ein. Dann müsste ich ja den einen oder anderen Gag weglassen und dann wären die Fans enttäuscht. Das wäre wie wenn Angus Young bei einem AC/DC-Konzert statt Hardrock plötzlich Panflöte spielen würde.» Und welche Schweizer Komiker bringen ihn denn zum Lachen? «Emil ist natürlich der grosse Klassiker. Aber Ursus und Nadeschkin mit ihrem schnellen Wortwitz finde ich auch ganz hervorragend.»


Mehr Themen finden Sie in der gedruckten Ausgabe oder über E-Paper!