Der Albtraum will kein Ende nehmen, denn noch immer wagen sich der milliardenschwere Safra-Sarasin-Kunde und AWD-Gründer Carsten Maschmeyer (55) und seine Frau Veronica Ferres (49, «Das Superweib») nur mit Leibwächtern aus dem Haus. Denn seit Maschmeyer Anfang Jahr die Basler Bank J. Safra Sarasin wegen angeblichen Anlagebetrugs verklagte und kurz darauf mit Drohbriefen überzogen wurde, fürchtet das Paar um sein Leben. Vor allem Ferres leidet unter starken Ängsten.

«Schweig oder stirb. Bist Du lebensmüde?», hiess es in einem anonymen Erpresserbrief, oder «Hier kommt dein Albtraum». Die Schreiben vom Mai dieses Jahres waren aus ausgeschnittenen Wörtern und Buchstaben zusammengesetzt. Darin forderte der Absender Maschmeyer auf, seine Klagen gegen die Basler Bank zu unterlassen. «Gehst Du vor Gericht, wird sich weisen, dass Du den Entscheid nicht mehr erlebst», hiess es.

Die Leidtragenden selber und der in der Angelegenheit ermittelnde Oberstaatsanwalt Thomas Klinge im deutschen Hannover gingen eindeutig davon aus, dass der oder die Absender der Briefe aus der Schweiz stammen müssen und die Drohungen im Zusammenhang mit der Klage gegen die Bank stehen.

Ob dies wirklich so ist, werden sie nie erfahren: «Nach intensiven Ermittlungen, vor allem auch in der Schweiz und in Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort, gibt es leider absolut keine Anhaltspunkte zur Täterschaft», sagt Thomas Klinge am Telefon zu «Schweiz am Sonntag». «Deshalb haben wir die Ermittlungen soeben eingestellt, denn wir konnten nicht einmal DNA-Spuren auf den Dokumenten finden.»

Trotzdem kehrt bei Carsten Maschmeyer und Schauspielerin Veronica Ferres, die vor kurzem geheiratet haben, noch lange nicht der Alltag ein. Der Unternehmer will weitere Klagen gegen das Basler Institut einreichen. Die Staatsanwaltschaft Köln liess vor zwei Wochen in zehn Ländern Europas Büros und Wohnungen durchsuchen. Vergangene Woche fanden in deutschem Auftrag zudem weitere Razzien in der Schweiz in Bankbüros und privaten Wohnräumen statt.

Maschmeyer wirft der Bank vor, ihn nicht über die Risiken eines rechtlich fragwürdigen Fonds aufgeklärt zu haben, in den er einen zweistelligen Millionenbetrag investiert und grossenteils verloren hatte.