VON FLORENCE VUICHARD AUS BERLIN

Er ist das Gesprächsthema Nummer 1 in Berlin: Roman Polanski. Der Regisseur, der in seinem Gstaader Chalet unter Hausarrest steht und auf den Auslieferungsentscheid aus den USA wartet, hat in den ersten Tagen der Berlinale, die heuer ihren 60. Geburtstag feiert, die Filmszene dominiert – vielleicht auch wegen der doch eher absurden Gerüchte, er könne doch noch hier auftauchen und seinen neusten Film «The Ghost Writer» persönlich vorstellen. Auf dem roten Teppich sorgten dann nur die Hauptdarsteller für einen glamourösen Filmstart: Ex-Bond Pierce Brosnan, Olivia Williams und Ewan McGregor. Polanski selber blieb ein Geist.

Mit Geistern zu kämpfen hat auch Leonardo DiCaprio in «Shutter Island», dem neusten Film von Regisseur Martin Scorsese. Gefragt, weshalb er immer wieder mit Scorsese zusammenarbeite, antwortet DiCaprio: «Jeder Schauspieler, der die Gelegenheit hat, mit diesem Meisterregisseur zu drehen, und sie nicht nutzt, ist ein Idiot.» Und im Scherz fügt er einen weiteren Grund hinzu: «Wir lieben beide die gleichen italienischen Desserts.» Auch DiCaprios Schauspielerkollege Ben Kingsley findet nur lobende Worte über Scorsese. «Er ist die intelligenteste Person hier im Raum, aber er behandelt alle so, als wären sie so intelligent wie er selber.» Scorses bleibt ob all der Komplimente nur das Lachen.

Das Lachen vergangen ist wohl Shah Rukh Khan, als er im vergangenen August im New Yorker Flughafen eine Stunde lang festgehalten wurde, als sein Name auf einer Überwachungsliste auftauchte. Der Inder, der in seiner Heimat so bekannt ist wie DiCaprio und alle anderen Berlinale-Promis zusammen, revanchiert sich jetzt in Berlin mit seinem Film «My Name Is Khan». Es ist die Geschichte eines indischen Muslims, der gegen Vorurteile kämpft und beim US-Präsidenten vorsprechen will. Er hat nur eine Botschaft für ihn: «Ich heisse Khan, aber ich bin kein Terrorist.»

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