Der Kommentar: Heute Nacht ab 02.30 Uhr heisst es in Hollywood «Hopp Schwiiz!». Bei der 89. Oscar-Verleihung buhlen erstmals überhaupt gleich zwei Filme aus der Schweiz um den begehrtesten Filmpreis der Welt: der Kurzfilm «La femme et le TGV» des Zürchers Timo von Gunten sowie der Animationsfilm «Mein Leben als Zucchini» des Genfers Claude Barras. Letzterer steigt unter anderem gegen die beiden Disney-Schwergewichte «Zootropolis» und «Vaiana» in den Ring, aber auch in der Kurzfilm-Kategorie herrscht grosse Konkurrenz.

Sollte die Schweiz bei der diesjährigen Oscar-Verleihung mit leeren Händen nach Hause gehen, wäre das allerdings kein Grund zur Enttäuschung. Allein die Doppelnominierung ist eine historische Errungenschaft für unser Land. Sie bildet den Höhepunkt einer Erfolgswelle, auf der das Schweizer Filmschaffen derzeit reitet – und die nicht ausschliesslich von unseren beiden Oscar-Kandidaten angetrieben wird.

Alain Gsponers «Heidi» sorgte für neue Zuschauerrekorde, Petra Volpes «Die göttliche Ordnung» (Kinostart 9. März) wird überall für seine Botschaft und seine Dringlichkeit gefeiert. Und Filme von Schweizer Nachwuchstalenten werden immer häufiger an renommierte internationale Filmfestivals eingeladen. Dabei ist es so schwer wie nie, im Ausland Erfolg zu haben, denn der politische Isolationskurs der Schweiz hat Hürden errichtet. Doch unsere Filmschaffenden haben Wege gefunden, diese zu überwinden. Das sorgt für Zuversicht weit über die Oscar-Nacht hinaus.

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