Die Bilanz der Nationalbank ist heute im Vergleich zu unserer Wirtschaftskraft um ein Mehrfaches grösser als zum Beispiel in den USA oder Grossbritannien. Wie viel uns die «freie» Option gekostet hat, werden wir in den kommenden Monaten herausfinden. Die grossen Profiteure waren unsere Exportfirmen, die Verlierer das Volk, das für unsere Importe viel zu viel bezahlen musste. Die Buchverluste der Nationalbank werden grösser sein als die zuvor erzielten Buchgewinne, aber zumindest sind sie von jetzt an begrenzt.

Die Märkte reagierten folgerichtig. Der Franken wurde aufgewertet und Aktienkurse nach unten angepasst. Befürchtungen werden geschürt, dass die Arbeitslosenquote steigen wird, was aber nur bedingt der Fall sein sollte, da wir viel mehr von ausländischen
Arbeitnehmern abhängig sind als andere europäische Länder und dadurch eine grosse Schwankungsbreite haben.

Am härtesten wird es unsere Tourismusbranche treffen, weil weniger Gäste sich die teure Schweiz leisten können. Immobilienpreise sollten fallen, da Neubauten durch den starken Franken in Zukunft günstiger sein werden, was allerdings durch eine höhere Nachfrage und tiefere Zinsen negiert werden kann. Wir werden Preissenkungen haben auf alle importierten Waren und auf Lebensmittel.

Im grossen Ganzen eine erfreuliche Situation. Die Wirtschaft wird etwas weniger wachsen, aber da wir fast alle Rohstoffe importieren, wird diese Frankenaufwertung verkraftbar sein. Der Staat sollte die Gelegenheit wahrnehmen, Kredite zu null Zinsen aufnehmen und in Infrastrukturprojekte investieren, das würde die Wirtschaft beleben.

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