Der Kommentar: Nun zeigt sich, warum die UBS den Staat am liebsten sofort nicht mehr zu seinen Geldgebern zählen möchte. Zu sehr redet die Politik mit, wenn es um die Gestaltung der Löhne ihrer Mitarbeiter geht. Und da zeigt sich tatsächlich: Die Lohnpolitik in der Investmentbank ist nicht politikverträglich.

Denn wenn die Löhne der Banker zwar keine Boni mehr enthalten, aber dafür der Fixlohn um so mehr angehoben wird, dass sie trotzdem gleich viel verdienen, ist der Zweck der staatlichen Regulierung sicher nicht erreicht. Im Gegenteil, da wäre mir die alte Lösung mit einem grossen variablen Anteil lieber, denn mit der heutigen Lösung müssen die Banker überhaupt nicht mehr leiden, wenn es ihrer Firma schlecht geht. Von dem her wäre es schon besser, die UBS wäre möglichst rasch wieder vollständig in privaten Händen.

Aber eigentlich ist die Zwangsanleihe, die der UBS im Herbst zur Verfügung gestellt wurde, gar nicht das Problem. Das Problem sind die 40 Milliarden Franken Ramschpapiere, welche die UBS der Nationalbank anhängen konnte. Denn ohne diese Hilfe aus der Notenpresse wäre die UBS heute Konkurs. Ein weiteres Problem ist die schiere Grösse der UBS-Investmentbank, deren Bilanzsumme mit 2000 Milliarden Franken noch immer ein Systemrisiko darstellt.

Hier ist die Nationalbank zusammen mit der Finanzmarktaufsicht Finma daran, Wege zu finden, wie man die UBS neu aufstellen könnte, damit sie kein Systemrisiko mehr ist. Denn aktuell ist es so, dass alle Verluste in Amerika von der Schweiz aus geregelt werden müssen. Ein Teilkonkurs der UBS-Investmentbank ist nicht möglich. Faktisch arbeiten die Millionen-Banker in New York und London mit einer Schweizer Staatsgarantie. Ein ungemütlicher Gedanke.

Fazit: Erst wenn es der UBS gelungen ist, die 40 Milliarden zurück zu zahlen und die Papiere der Nationalbank wieder zurück nimmt und wenn die Staatsgarantie nicht mehr nötig ist, ist die UBS eine private Bank, die tun und lassen kann, was sie will. Bis dann sollte der Bund auch seine 6 Milliarden Wandelanleihe behalten und die jährlichen 750 Millionen Franken Zins kassieren. Die können wir nämlich in der Krise gut gebrauchen.