Unser Redaktionsteam verbrachte diese Woche an jenen Orten, die noch grössere Veränderungskraft haben als die US-Präsidentschaftswahl und andere politische Weichenstellungen. Im kalifornischen Silicon Valley entscheidet sich in Garagen, in Konzernzentralen und in Vorlesungssälen, wohin sich die Welt bewegt. Ein Blick auf die wichtigsten Innovationen seit der Entstehung des Internets genügt, um festzustellen, wie gewaltig der Einfluss der Tech-Pioniere auf unseren Alltag ist. «Wir überschätzen, was in einem Jahr geschieht, und wir unterschätzen, was in zehn Jahren geschehen kann», sagte einst Microsoft-Gründer Bill Gates. Wie wahr. Nichts deutet darauf hin, dass das Tempo der Veränderungen in Zukunft abnimmt.

Müssen wir uns fürchten? Angst ist ein schlechter Ratgeber. Im Silicon Valley spielen sich viele fragwürdige Dinge ab, gewisse Pioniere führen sich wie Gott auf und haben Allmachtsfantasien. Das brauchen wir nicht. Aber vom Silicon Valley lernen sollten wir schon. Vor allem: Optimismus. Der strahlte uns an allen Ecken und Enden entgegen, als wir die Zentralen von Google, Facebook und Uber und auch kleinere Firmen besuchten. Wer Erfolg hat, wird bewundert und nicht beneidet. Wer scheitert, muss sich nicht verkriechen, sondern packt die nächste Chance. Ist das bei uns auch so? Denken wir darüber nach, zum Beispiel morgen, an unserem Nationalfeiertag.

Den Präsidenten der Universität Stanford haben wir gefragt, wie wir unsere Kinder am besten auf die Welt von morgen vorbereiten können. John Hennessy antwortete: «Das Wichtigste, was Sie Ihren Kindern vermitteln können, ist die Freude am Lernen.» Die Freude, nicht der Inhalt sei entscheidend. Sagt der Pate des Silicon Valley. Irgendwie ermutigend.

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