Der Kommentar: Die letzte Kandidatur für Olympische Winterspiele in Graubünden kam nicht vom Fleck. 2013 sagten die Bündner knapp Nein zu den Absichten, den Grossanlass 2022 in den Südosten der Schweiz zu holen. Der erneuten Kandidatur, diesmal für 2026, werden bessere Chancen bescheinigt. Die Spiele sollen dezentraler stattfinden, neue Sportanlagen und Infrastrukturbauten müssten nur wenige erstellt werden. Entsprechend sind die Kosten tiefer.

Teil des Konzepts ist, wenig überraschend, die Stadt Zürich. Host City soll zwar Chur, Davos oder St. Moritz werden. In Zürich sind aber die Eröffnungs- und Schlussfeiern vorgesehen, Eishockey, Eisschnelllauf und das Medienzentrum. Nur: Die Bündner Regierung hat sich mit der Stadt Zürich nicht abgesprochen. Dort winkt man ab. Natürlich dürfe man das Letzigrund und möglicherweise für die Feiern auch den Sechseläutenplatz benutzen – aber man verrechne dafür Miete, beschied man den Bündnern.

Ohne den grossen Freund im Nordwesten dürfte es für die Bündner Kandidatur allerdings eng werden. Zürich hätte die Strahlkraft, um als Aushängeschild einer Kandidatur auch vor dem Internationalen Olympischen Komitee zu bestehen – Chur nicht, Davos nicht und St. Moritz wohl auch nicht. Was also ist mit den Zürchern los? Sie lieben doch Graubünden – ihre vielen Ferienwohnungen in den Bündner Tälern sind ein untrügliches Indiz. Oder scheuen sie genau deshalb den Rummel?

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