Man schaudert, liest man die Augenzeugenberichte in den Medien. Die islamistischen Kämpfer haben die Männer ermordet, die sich weigerten, zum Islam überzutreten. Mädchen und Frauen wurden vergewaltigt und als Sexsklavinnen entführt. Jahrtausendealte Kulturgüter haben die Dschihadisten kurzerhand gesprengt. Man ist sprachlos ob dieser Barbarei im 21. Jahrhundert. Sie geschieht im Namen des Islam.

Sprachlosigkeit ist aber das Falscheste. In den letzten Wochen gingen in ganz Europa Zehntausende von Israel-Kritikern auf die Strasse, um gegen die Angriffe im Gaza-Streifen zu protestieren und sich mit den Palästinensern zu solidarisieren. Auch in der Schweiz kam es zu solchen Demonstrationen, erschallten «Allahu Akbar»-Rufe («Gott ist gross»). Jetzt fragt man sich: Warum schreit niemand auf, wo Islamisten Gräueltaten an religiösen Minderheiten begehen? Wieso protestiert nur die Bischofskonferenz gegen die Christenverfolgung? Weshalb rufen die muslimischen Organisationen in Europa und der Schweiz nicht zu Demonstrationen gegen den «Islamischen Staat» auf?

Wie fürchterlich die Lage für die Menschen in den vom IS kontrollierten Gebieten ist, zeigt die Reaktion von Barack Obama.

Der Friedensnobelpreisträger, der die US-Armee 2011 aus dem Irak abgezogen hatte, konnte nicht anders, als Luftangriffe fliegen zu lassen. Es gehe darum, sagte der US-Präsident, einen Völkermord zu verhindern.

Es würde leider nicht erstaunen, wenn die ersten Demonstrationen auf europäischem und Schweizer Boden nicht gegen die Terrorbanden der IS gerichtet wären, sondern gegen die USMilitärintervention.

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