Der Kommentar: Wer hatte nicht schon mal keine Lust, morgens ins Büro zu fahren? Wer wollte nicht schon mal einen völlig anderen Job? Wer wollte nicht schon von heute auf morgen auswandern?

Ein Phänomen, das auf Schlagwörter reduziert wird wie Arbeitsverdichtung, Produktivitätssteigerung, Timemanagement oder Qualitätssicherung. Termindruck, mangelnde Führungskompetenz und überbordende Arbeitspensen sind Gründe, die Menschen in Krisen oder Depressionen stürzen können. Gesellschaftliche Veränderungen wie der Stellenwert einer Arbeit begünstigen diesen Prozess. Mangelnde Unterstützung im privaten Umfeld, eine Trennung und ein fehlender Sinneshalt im Leben verstärken eine Trost- und Perspektivlosigkeit. Materielles Denken und Gewinnstreben dominieren unsere kleine grosse Welt.

Es ist höchste Zeit, um hinzuschauen. Bei sich selber. Nicht alles ist uns von aussen auferlegt. Wir müssen nicht jede Situation einfach so hinnehmen. Wir haben mehr Entscheidungsfreiheit, als wir uns bewusst sind: Wir können uns firmenintern neu orientieren, unsere Arbeitsweise optimieren oder einfach mal dem Chef die Meinung sagen.

Die Gewerkschaften kämpfen um höhere Löhne. Doch da gibt es eben noch mehr, wo es sich zu engagieren lohnt: die Zufriedenheit am Arbeitsplatz, die Wertschätzung der Mitarbeiter, die Unterstützung der Arbeitnehmer. Profitgier und Gewinnmargen der Grosskonzerne auf dem Buckel der gestressten Mitarbeiter hin oder her – wir haben unser Leben selber in der Hand.

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