Der Kommentar: Daniel Vasella hat recht. Was Novartis erlebt hat, kann nicht sein: Einem türkischen Kadermitarbeiter, den der Konzern als Chef-Controller nach Basel holen wollte, wurde die Arbeitsbewilligung verwehrt – mit der simplen Begründung, Novartis finde auch in der Schweiz oder in der EU einen gleich qualifizierten Mitarbeiter.

Aus der Sicht der Einwanderungsbehörde mag das einleuchten. Trotzdem hat sie den Punkt verfehlt: Novartis wollte den Mann nicht in die Schweiz bringen, weil es hier zu wenige Controller gäbe, sondern weil sie seine Karriere fördern wollte. Dazu ist es in einem multinationalen Konzern unabdingbar, dass die Besten am Hauptsitz arbeiten dürfen. Wenn die Schweiz solche internationalen Transfers verhindert, gefährdet sie letztlich sich selbst als attraktiven Wirtschaftsstandort.

Novartis ist kein Einzelfall. Von der rigiden Einwanderungspolitik sind sowohl Schweizer Konzerne als auch ausländische Firmen mit einem Sitz in der Schweiz betroffen. Zu Recht ist unser Land stolz darauf, dass immer mehr solcher international tätiger Firmen hierher ziehen. Absurderweise verhindert der Bund jedoch gleichzeitig, dass sie die besten Mitarbeiter ins Land holen können.

Die Schweiz sollte die Aufteilung der Welt in zwei Kreise – hier Europa mit der vollen Personenfreizügigkeit, dort Aussereuropa mit einer rigiden Kontingentierung – überdenken. Zumindest sollte sie jene Mitarbeiter weniger streng beurteilen, die zwecks Förderung ihrer Karriere für ein paar Jahre in die Schweiz geholt werden. Sonst wandern diese attraktiven Arbeitsplätze ins Ausland ab.

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