Der Kommentar: Keine fünf Wochen ist es her, da ging ein Aufschrei durchs Land über den Pyro-Wurf im Letzigrund. Zu Recht, doch was hat sich geändert? Der Petardenwerfer ist längst wieder aus der U-Haft entlassen. Sein Komplize befindet sich noch immer auf freiem Fuss. Dabei übertrafen sich Politiker mit Forderungen nach Massnahmen. Doch umgesetzt wurden nur die wenigsten. Einzig der SC Bern testet nun die ID-Kontrolle vor dem Stadion. Auch die verstärkte Fanarbeit hilft offenbar nicht.

Ein Satz von FC-Zürich-Präsident Ancillo Canepa verdeutlicht die Situation: «Die Zeit des Redens ist vorbei.» Doch das sagte er nicht heute, sondern bereits 2008 nach Ausschreitungen. Den Vorwurf des immergleichen Kommentars müssen sich aber auch die Medien gefallen lassen. Unzählige Male war schon vom «absoluten Tiefpunkt» oder von der geforderten «Nulltoleranz» gegenüber Chaoten die Rede. Geändert hat sich auch hier nicht viel – lediglich die Zeitungen sind wieder voll davon.

Selbst deutsche Medien berichten mittlerweile über die Gewalt und Pyro-Vorfälle in den Schweizer Fankurven. Auch unsere Nachbarn haben ein Hooligan-Problem. In der deutschen Szene wurde laut Insidern eine Randale-Meisterschaft zwischen den Fanklubs ausgerufen. Fussballbund, Politik und Fanvertreter haben nun einen runden Tisch einberufen, um das Problem zu lösen. Den gab es auch in der Schweiz, jedoch ohne Erfolg. Über ein gemeinsames Vorgehen konnte man sich nicht einigen. Vielleicht machen es ja die Deutschen besser. Jedenfalls sollte man über die Grenzen hinausschauen, um womöglich passende Lösungen zu finden.

Dort ändert sich – anders als bei uns – nicht nichts.