Antwort von Oswald Grübel: Was ist unser Geld in Zukunft noch wert? Diese Frage stellen sich heute immer mehr Leute. Die Antwort lautet: weniger, viel weniger.

Keinem ist entgangen, dass die Zentralbanken in fast allen Ländern der westlichen Welt mit zunehmender Geschwindigkeit Geld drucken. Die Aussage ist, dies sei wirtschaftlich notwendig, um eine höhere Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Gleichzeitig sind die Zinsen nahe bei null.

Dies gibt allen, die ein Vermögen aufgebaut haben, ein ungutes Gefühl, und das zu Recht. Denn das Risiko, einen Teil ihres Vermögens zu verlieren, ist gewaltig. Verschiedene Länder, u. a. die USA, Japan und auch die Schweiz, haben sich der kompetitiven Abwertung verschrieben. Der französische Präsident hat vor dem Europäischen Parlament gesagt, dass man den Wechselkurs des Euro nicht dem Markt überlassen sollte. Da spricht er nur aus, was viele Politiker denken. Denn man nimmt an, mit einer schwachen Währung die innenpolitischen Probleme lösen zu können.

Die Geschichte lehrt uns das Gegenteil. Der Wert des Geldes reflektiert unseren Glauben daran. Wenn dieser Glaube schwindet, schwindet auch unser Vermögen. Gold und letzthin auch Aktien sind nicht nur aufgrund von Spekulationen so stark gestiegen, sondern auch wegen des Unbehagens über die heutige Politik der Abwertung.

Es ist ein Zeichen der Zeit, wenn eine zivilisierte Gesellschaft auf dem Höhepunkt ihres Wissens mehr Vertrauen in Gold hat als in die eigene Währung. Aber es ist auch die heutige Transparenz, die uns zurückführt zu dem, was wirklich unser Vertrauen verdient.

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