Wir werden mit der EU verhandeln, wie wir den Informationsaustausch in Zukunft gestalten wollen. Mit dabei wie immer Österreich und Luxemburg. Um ein für die Kunden erträgliches Resultat zu erzielen, hätten wir das schon vor sechs Jahren tun müssen, es wurde damals auch mehrfach darauf hingewiesen.

Nun werden wir uns mit einer Lösung abfinden müssen, die weniger zumutbar für unsere ausländischen Bankkunden ist. Nichtsdestoweniger sollten wir uns mit Österreich und Luxemburg auf eine Verhandlungsstrategie gegenüber der EU einigen und vielleicht auch die Führung in den Verhandlungen übernehmen.

Wenn unsere Finanzministerin je gefordert war, dann kann sie jetzt zeigen, wie resolut und entscheidungssicher sie ist. Sie sollte nicht zu viel Zeit damit verschwenden, herauszufinden, was die Bankiervereinigung will, denn diese hat in Sachen Bankgeheimnis viel Kredibilität verloren. Technologie und Transparenz lassen keine Geheimnisse mehr zu.

Anstatt diese Zeichen der Zeit zu erkennen, hat die Bankiervereinigung viel zu lange gegen Windmühlen gekämpft und so ihren Ruf lädiert. Wir hatten lange Erfolg damit, am Bewährten festzuhalten, und tun uns nun schwer in Zeiten grosser Veränderungen. Aber wenn man erkennen kann, was die Zukunft bringt, dann gilt es, entschlossen zu handeln. Lange Verzögerungen oder politische Spielchen werden die Sache nur noch verfahrener machen. Die Bürokraten in Brüssel haben Zeit. Also, viel Glück, Frau Widmer-Schlumpf.

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