Der Kommentar: Die Schweizer lieben ihr Smartphone. In keinem anderen Land Europas besitzen so viele Einwohner ein internetfähiges Handy. Vom Fahrplan bis zum Fernsehen: Wer ins Internet will, kann dies auch im Zug tun, im Freibad oder in der Kaffeepause.
Das ist bequem. Doch immer häufiger wird das Handyerlebnis getrübt: Die Internetverbindung fällt aus, Gespräche werden unterbrochen. Die Netzqualität sinkt in der Schweiz im Vergleich zum Ausland seit Jahren. Das ist angesichts der hohen Gebühren erstaunlich. Ein Blick nach Österreich zeigt, wie es anders ginge: Dort sind nicht nur die Gebühren tief, sondern auch die Netzqualität ist hoch. In Vergleichstest lassen österreichische Anbieter Schweizer Mitbewerber regelmässig alt aussehen. Mit ein Grund: Die Verfahren sind in Österreich kürzer, die Grenzwerte höher.

In der Schweiz können Gesuche jahrelang blockiert werden. Nicht selten gehen Hunderte von Einsprachen gegen neue Antennen ein. Fatal für eine Branche, die wie kaum eine andere einem enorm schnellen technologischen Wandel unterliegt und eine Verdoppelung der Nachfrage alle paar Monate zu bewältigen hat.

Dass Economiesuisse und der ICT-Branchenverband nun eine Lockerung der Schweizer Bewilligungsverfahren und Grenzwerte fordern, mag zu einem Teil Lobbyismus sein. Fakt ist jedoch auch: Mobilfunk ist zur Basisinfrastruktur geworden und essenziell wichtig für Wirtschaft und Gesellschaft. Will die Schweiz nicht den Anschluss verlieren, sollte der Branche Gehör geschenkt werden.

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