Wenn Regierungen zum Risiko werden

Die Führungselite der mächtigsten Demokratie der Welt führt sich wie eine Horde ungezogener Bengel auf. Weil Regierung und Kongress wegen des Haushaltsbudgets im Streit liegen, wurden 800 000 Staatsangestellte in den Zwangsurlaub geschickt. Barack Obama, die Nummer eins der US-Beamten, musste eine Asien-Reise absagen. Verärgert über den Streit, bunkert er sich nun im Weissen Haus ein und gibt den schmollenden Präsidenten.

Schadenfreude über das grosse Amerika ist fehl am Platz. Aus dem Tritt geratene Demokratien sind heute die Regel. Zum Beispiel Deutschland: Obwohl Angela Merkel einen komfortablen Wahlsieg davontrug, ist sie weit von einer Regierungsbildung entfernt. Oder Frankreich: Die Popularitätswerte von Präsident François Hollande sind ins Bodenlose gefallen. Nur François Mitterrand war 1991 mit 22 Prozent einen Punkt unpopulärer. Und in England: Der britische Premier David Cameron manövrierte sich mit seiner brüchigen Koalitionsregierung in eine Sackgasse, aus der er nicht mehr herauskommt. Ein Wahlerfolg in zwei Jahren ist ungewiss.

Instabile demokratische Staaten sind deshalb ein Problem, weil sie ihren Einfluss auf die Wirtschaft in den letzten Jahren massiv ausgebaut haben. Der Staat ist mittlerweile zum wichtigsten Player jeder modernen Volkswirtschaft geworden, auch in der Schweiz. Wenn gewählte Politiker bei ihren Entscheidungen aber nur die Gunst der Wählerschaft im Auge haben, treffen sie die falschen Entscheide. Was fatale Folgen für die Wirtschaft haben kann.

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