Das zeigte sich in den vergangenen Tagen abermals. Zum einen hat eine anonyme Gruppe über Facebook zu der unbewilligten Demonstration «Tanz dich frei» aufgerufen. Zwar sind auf Facebook Pseudonyme grundsätzlich nicht erlaubt. Doch faktisch lässt sich der Klarnamenzwang nicht durchsetzen.

Zum anderen haben Ermittler diese Woche den wohl grössten Geldwaschring zerschlagen. Kriminelle haben über die digitale Währung Liberty Reserve 6 Milliarden Dollar reingewaschen. Das ging so leicht, weil sich hier anonyme Konten einrichten lassen. Zwar ist der Dienst Liberty Reserve nun geschlossen, doch das Problem nicht gelöst. Andere Anbieter werden in die Bresche springen.

In Demokratien wird die Anonymität im Netz ein Ärgernis bleiben. In Diktaturen hingegen ist sie ein Segen. Wäre anonymes Surfen im Netz nicht möglich, hätte es den Arabischen Frühling wohl nie gegeben.

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