Der Kommentar: Das Hotel Holiday Inn in Lugano-Paradiso hat alle schlechten Erwartungen übertroffen. Von Ferien-«Paradiso» keine Spur. Die ersten Unannehmlichkeiten entstanden bereits bei der Buchung. Es war nicht möglich, den Wunsch nach einem Tierhaar-freien Zimmer (im Hotel sind Haustiere erlaubt) telefonisch durchzugeben. Der Rezeptionist bat uns, dies schriftlich zu tun und gab uns eine 37-stellige E-Mail-Adresse an. Auf das E-Mail kam nie eine Antwort und bei der Ankunft wusste der Mann von nichts. Keine Entschuldigung, keine Bemühungen. So etwas nennt man Anti-Service.

Das Anti setzte sich fort. Die Einrichtung: anti-modern. Der Zustand: anti-intakt. Zimmer, Korridor, Schwimmbad: anti-hygienisch. Angeekelt von diesen Missständen, fiel das Einschlafen schwer.
Es juckte von Kopf bis Fuss und ich musste an kleine Tierchen, Bakterien und Anti-Biotika denken.

Leider ist das Hotel Holiday Inn nicht das einzige Gruselkabinett in der Schweiz. Ein Drittel unserer Hotels ist in schlechtem Zustand. Eine schockierende Bilanz. Für mich ist das dennoch kein Grund, nach Österreich zu fahren und dort alles besser, netter und schöner zu finden. Ich bin sicher, dass die Mehrheit unserer Hotels top ist. Absteigen wie das Holiday Inn darf es aber nicht geben. Miese Schmuddel-Hotels, die ihre Gäste abzocken, haben in einem Land, das sich Qualität gross auf die Fahne schreibt, nichts verloren. Sie schaden der ganzen Branche und müssen weg.

Tourismusverantwortliche, Hotel- und Gastroverbände: Setzt härtere Massnahmen gegen schlechte Hotels durch, geht Beschwerden auf Meinungsportalen nach und schickt Hoteltester los, damit Gäste bei uns künftig kein «Anti» mehr erleben.

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