Doch jetzt,als Bundesrat, ist sein Sieger-Image weg. Er, dessen Partei die Armee früher als «Sauladen» bezeichnete, muss zusehen, wie sich das Chaos ausbreitet. Er, der «liefere statt lafere» verlangte, lafert zwar nicht, er liefert aber auch nicht, zumindest nichts Sichtbares. Er, der von seinem Vorgänger «Führung» forderte, lässt sensible Bereiche des Militärs von externen Beratern übernehmen.

Nicht mal dreissigjährig sind die hoch bezahlten Berater der Boston Consulting Group, die angeheuert wurden, um die Buchhaltungs-Probleme in den Griff zu bekommen. Ob sie diensttauglich sind, ist nicht überliefert. Insider sagen: Ohne Consultants würde im Militär fast gar nichts mehr gehen.

Was nun, Herr Bundesrat? Gern würde man von Maurer, als Parteichef ein träfer Kommunikator, wissen, was seine Strategie ist, um Ordnung ins Chaos zu bringen. Aber weder er selber noch seine Sprecher wollen die drängenden Fragen beantworten. Maurer mauert.

Zu recht will die Geschäftsprüfungskommission des Parlaments nun Transparenz. 100000 Franken kostet ein Berater pro Monat. Die Steuerzahler, die Bürger, die Dienstleistenden haben Anspruch zu wissen, wofür dieses Geld fliesst.

Das ist aber nur ein erster Schritt. Die Probleme liegen tiefer: in der Selbstbeschäftigungsmentalität der Armee. Ihr fehlt ein Feind, ihr fehlt die Orientierung. Ausdruck davon sind verlorene Rechnungen, Hunderte inkompatible Computerprogramme, aber auch die sinkende Wehrquote und die «Verlotterungstendenzen», die sogar der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» auffielen.

Den Ursprung der Probleme können nicht Berater lösen. Sondern nur die Politik. Indem sie der
Armee einen klaren Auftrag gibt.