Der Kommentar: In den glorreichen Zeiten der Swissair griff der Bund der nationalen Airline bei der Ausbildung der Piloten mit 25 Millionen Franken pro Jahr unter die Flügel. Nun möchte Swiss-CEO Hohmeister ebenfalls in den Genuss von staatlicher Unterstützung kommen.

Ein Affront eines privatwirtschaftlichen Unternehmens, das eigentlich unter deutscher Flagge fliegt? Das wäre zu kurz gegriffen. Die Swiss ist zwar nicht mehr die Swissair. Die heutige Airlinebranche ist aber auch nicht mehr jene von damals. Der mittlerweile liberalisierten Flugindustrie bläst mehr denn je ein rauer Wind entgegen. Bisher hat sich die Swiss unter deutscher Führung überdurchschnittlich gut gehalten. Doch auch sie bekommt die harten Wettbewerbsbedingungen je länger je mehr zu spüren. Vom starken Franken gar nicht erst zu sprechen.

Es geht jedoch nicht nur um Almosen. Die Frage ist berechtigt: Weshalb soll ein Theologie- oder Publizistikstudent nur 700 oder 800 Franken Semestergebühren bezahlen, während ein Pilotschüler bei der Swiss mindestens 10 000, bei unabhängigen Flugschulen gar bis zu 100 000 Franken für seine Ausbildung bezahlen muss? Viele Aspiranten müssen deswegen ihren Traum vom kommerziellen Fliegen schon früh begraben.

Einst waren die Airlines der Stolz des Landes, die Piloten die Herren der Lüfte. Mittlerweile ist die Branche auf dem Boden der Realität gelandet, und der Beruf des Piloten hat an Attraktivität verloren. Was nicht heisst, dass Swiss-Kapitäne am Hungertuch nagen. Bei weitem nicht. Sinnvoll wäre deshalb eine Finanzierung durch den Bund – verknüpft mit einer Teilrückzahlungspflicht.