Was Hitzfeld und Gebel verbindet

Die Deutschschweiz besteht nicht nur aus lauter Fussball-Sachverständigen, sondern auch aus lauter Showfachleuten. Jeder und jede weiss, wie man eine erfolgreiche Nationalelf zusammenstellt. Jede und jeder weiss aber auch, wie ein gutes Fernseh-Unterhaltungsprogramm zu gestalten ist. Darum gehören Fussball-Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld und SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel zu den meistkritisierten Menschen des Landes.


Bei Gebel kommt erschwerend hinzu, dass sich auch die professionelle Kritik mit Wollust auf sein Tun und Lassen stürzt. Und dabei mal der Qualität das Wort redet, mal die Quote zum absoluten Mass aller Dinge macht. Setzt Gebel auf Relevanz und stimmen die Zuschauerzahlen nicht, ist schnell der Vorwurf da, mit Gebührengeldern ein Minoritätenprogramm zu produzieren. Stimmt aber die Quote, lautet der Vorwurf ganz bestimmt, es sei nicht die Aufgabe eines Senders mit öffentlichem Auftrag, Sendungen anzubieten, die im deutschsprachigen Ausland von privaten Anbietern programmiert werden.

Über Qualität lässt sich trefflich streiten. Wohl gibt es formale Standards, die in einer Sendung mit Anspruch nicht unterschritten werden dürfen. Aber inhaltlich ist es halt oft der individuelle Geschmack, der den Daumen nach oben oder nach unten zeigen lässt.

Werfen wir also einen Blick auf die Zahlen der SRF-Unterhaltung. Verlässlich vergleichen lassen sich nur gerade die Jahre 2010 und 2011. Weil auf Anfang 2010 die Erhebungsmethode geändert hat. Die Zuschauer-Bewegungen bei den grossen Sendungen halten sich in überblickbaren Grenzen. Die grössten Verluste hat «Happy Day» (–2,2 Prozent) eingefahren, gefolgt von «Aeschbacher» (–1,9), «Traders» (–1,7) und «Giacobbo/Müller» (–1,4). Am andern Ende der Skala befindet sich «Benissimo», das 2011 2,2 Prozent mehr Zuschauer erreichte. Ähnlich legte der «Samschtig Jass» zu (+1,8), wohingegen sich «1 gegen 100» (+1,3) und «Hopp dä Bäse» (+0,7) nur marginal verbesserten.

Bereits in einem Jahr sind die Marktanteile erneut nicht mehr vergleichbar; die Messmethode ändert schon wieder. Wohl zu Gebels Freude, von dem, zumindest zwischenzeitlich, der (Quoten-)Druck genommen wird. Wie bei Hitzfeld, der dank der verpassten Qualifikation für die Europameisterschaft ein bisschen durchatmen kann.

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