Antwort von Oswald Grübel: Hedge Funds versprechen ihren Investoren, eine überdurchschnittliche Rendite zu erzielen. Das können sie erreichen durch Ausnutzen von Über- oder Unterbewertungen, Erkennen von Markttrends, Investieren eines Mehrfachen der Investoreneinlagen (Leverage), kurzfristige Handelsentscheide, Optionenhandel und alle anderen technischen Möglichkeiten, die die Finanzmärkte bieten. Voraussetzung für einen Erfolg ist natürlich, dass sie die richtigen Leute beschäftigen.

Das ist vielen gelungen, indem sie die besten Spezialisten von den Banken abgeworben haben – mit überdurchschnittlichen Erfolgsbeteiligungen. Dieses Geschäftsmodell hat bestenfalls einen sehr kurzfristigen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum, hauptsächlich durch zusätzliche Liquiditätsgenerierung. In Bezug auf die Wertschöpfung haben Hedge Funds bei einzelnen Unternehmen beachtliche Erfolge erzielt.

Das geschieht meistens dadurch, dass der Hedge Fund eine grössere Beteiligung an einem seiner Meinung nach unterbewerteten Unternehmen kauft und dann Einfluss nimmt auf das Geschäftsmodell. Aber auch dieses Engagement der Hedge Funds ist meist relativ kurzfristig, und die Beteiligung wird nach Erfolg wieder verkauft.

Eine Region, die es für Hedge Funds attraktiv macht, sich dort niederzulassen, kann durchaus von den erhöhten Steuereinnahmen der gut verdienenden Angestellten profitieren. Volkswirtschaftlich machen Hedge Funds keinen grossen Unterschied, was Wirtschaftswachstum oder Wertschöpfung anbelangt, zudem gibt es auch bei Hedge Funds gute und schlechte.

Jede Woche beantwortet Oswald Grübel eine Leserfrage. Schicken Sie Ihre Frage an den ehemaligen UBS- und CS-Chef: gruebel@sonntagonline.ch

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