Der Kommentar: Einer meiner Lieblingswitze: «Wie erkennt man einen Veganer? Indem er es einem sagt.» Dass Veganer und andere militante Ernährungseiferer einem immer ihren Senf aufdrücken müssen, nervt bisweilen. Aber neben dem Missionarischen haben wir es auch noch mit einer Bigotterie zu tun – namens Fleischersatz. Es ist schlicht scheinheilig, sich vom Fleisch abzuwenden und dann mit aller Überzeugung Alternativen aus Tofu, Sojagranulat oder Seitan Schnitzel und Geschnetzeltes zu futtern.

Keine Frage, es ist rühmlich, Tierleid zu mildern. Und es ist durchaus bewundernswert, wie es manche Menschen schaffen, sich komplett vegan zu ernähren, auf Leder und Wolle zu verzichten und dabei noch gesund zu leben. Doch wenn ihr Wille so stark ist, ihre Überzeugung so gross, dann müssten sie doch mir nichts, dir nichts auf den Fleischgeschmack verzichten können.

Das können die meisten aber nicht. Stattdessen kaufen sie sich fleischlose Schnitzel und Würste, in der Hoffnung, möglichst viel Fleisch zu schmecken, und schwadronieren dann umfänglich darüber, wie lecker diese Alternativen sind und wie man doch fast keinen Unterschied merke.

Fleischverzicht und eine komplett vegane Lebensweise ist eine neue Kultur, und sie wird immer grösser und wichtiger in unserer Gesellschaft. Warum möchte man dann stets an Altes, aus diversen Gründen Verbanntes, erinnern? Esst Fleisch oder kein Fleisch. Und hört auf, das die ganze Zeit verbinden zu wollen. Tofu passt einfach nicht in die Wurstmaschine.

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