Das Bravourstück ist Ritter in der eben zu Ende gegangenen Session geglückt, als er geplante Einsparungen von 100 Millionen Franken rückgängig machte. Der Coup war, dass der liberale Bundesrat Johann Schneider-Ammann sich auf die Seite der Bauern schlug. Ein Blick in die National- und Ständeratssäle zeigt auch warum: Will er wiedergewählt werden, muss er sich die Stimmen der 30 Bauernvertreter sichern.

Mit ihrer Forderung nach immer neuen Subventionen werden drängende Reformen in der Landwirtschaft blockiert. Mit der Folge, dass die Preise für Schweizer Agrarprodukte gegenüber dem Ausland nochmals teurer werden. In allen abgeschotteten Märkten, also etwa beim Fleisch, bei der Milch und bei den Früchten, wird das Gefälle noch grösser werden. Nur wenige wagen es, den Subventions-Rittern im Parlament in die Parade zu fahren. Migros-Chef Herbert Bolliger tut es. Das ist erfrischend. Aber letztendlich ist auch er machtlos und muss mit anschauen, wie Schweizer Kunden über die Grenze flüchten und ihre Einkaufswägelchen füllen. 2014 wird erneut ein Rekordjahr für den Einkaufstourismus werden.

Mit ihrer Weigerung, sich dem Wettbewerb zu stellen, schaden sich die Bauern vor allem selbst. Floriert das Grenz-Shopping, geht zwangsläufig die inländische Produktion zurück. Langfristig wird die Saat der Bauern nicht aufgehen. Substanzielle Freihandelsabkommen stehen auf der Agenda, bei der auch Landwirtschaft verhandelt wird. Kommt es zu einem Abkommen zwischen der EU und den USA, kommt die Schweiz unter gehörigen Zugzwang. Sie wird das EU-Abkommen mit den USA weitgehend übernehmen müssen – mit knallharten Folgen für die Bauern. Je früher sie sich darauf einstellen, umso besser.

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