Der Kommentar: Kennen Sie auf Anhieb israelische Produkte, die es bei Migros und Coop zu kaufen gibt? Ich nicht. Das allein macht den Ansatz der Kampagne einer nicht weiter bekannten Aktionsgruppe namens BDS (Boykott, Desinvestition, Sanktionen) lächerlich. Doch damit lässt sich die Beilage in der neusten «Wochenzeitung» nicht einfach abtun. Schliesslich stehen namhafte Politiker hinter der Forderung, keine Waren aus Israel mehr bei Migros und Coop zu kaufen.

Ihr Boykott-Aufruf ist absurd, empörend und gefährlich. Herbert Winter, der Präsident des Israelitischen Gemeindebundes, sagt zu Recht, an was ihn die Aktion erinnert – an den Aufruf in Nazi-Deutschland «Kauft nicht bei Juden!» Es ist hochgradig naiv, wenn Geri Müller – notabene ehemaliger Präsident der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats – meint: «Das richtet sich nicht gegen die Juden, sondern gegen die Politik Israels.»

Es ist reine Provokation, und das wissen die Politiker haargenau. Darum machen sie es auch. Es sind dieselben Kreise, die in anderen Fällen gerne darauf hinweisen, dass Gespräche mehr als Boykotte bringen. Benennen wir, was diese Aktion unter peinlicher Mithilfe gestandener Nationalräte ist: Hetze. Hetze gegen Israel. Hetze gegen Juden.

Man kann der Politik Israels gegenüber kritisch eingestellt sein, ohne sich billiger Propaganda zu bedienen. Es ist richtig und wichtig, die himmeltraurigen Lebensumstände vieler Menschen in Palästina anzuprangern. Aber bitte nicht so. Denn kehren wir die Botschaft doch mal um: Wählt nicht diese Politiker! Das sind ihre Namen: André Daguet, Geri Müller, Daniel Vischer, Therese Frösch, Andrea Hämmerle und Joseph Zysiadis.

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