Franz Weber ist ein Trendsetter. 1965 schrieb er als einer der ersten Journalisten über Umweltschutz. Er war der erste Grüne in der Schweiz, und darum ist bemerkenswert, dass er jetzt plötzlich über ein für ihn neues Thema spricht: die Einwanderung. Im Interview sagt er: «Es leben zu viele Leute in der Schweiz.» Oder: «Man muss aufhören mit der Einwanderung.» Zugleich betont Weber, er liebe das Ausland und die Ausländer; es gehe ihm nur darum, dass es in der Schweiz nicht mehr Einwohner ertrage.

Sätze wie diese von einem Franz Weber lassen aufhorchen. Der Widerstand gegen die Migration aus den EU-Ländern als Folge der Personenfreizügigkeit kommt mehr und mehr von grüner Seite, nicht nur von der SVP. Das Volks-Ja zur Zweitwohnungsinitiative und auch das Ja zur grünen Kulturland-Initiative im Kanton Zürich zeigen: Mit einer Mischung aus linkem Umweltschutz und rechtem Patriotismus lassen sich Mehrheiten
gewinnen.

Die Befürworter der Personenfreizügigkeit müssen sich warm anziehen. Der neue Trend heisst nicht mehr grünliberal, sondern grünnational. Und er wird keine Eintagsfliege sein.

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