Promis sogar. Von Regierungsrat Hans Hollenstein über SSV-Boss Urs Lehmann bis hin zum obersten Schweizer Hockeyaner, Philippe Gaydoul. In einer solch illustren Schar von Puck-Experten will man natürlich nicht abseits stehen.

Und so stellte ich Gaydoul die gewichtige Frage, wie er es denn finde, dass Kloten-Trainer Anders Eldebrink im 38-Sekunden-Intervall auf den Boden spuckt. Sein Schweigen wäre kaum abschätziger gewesen, wenn ich Gunvor die Füsse abgeseift hätte.

Für den Rest des Spiels war ich dann etwas zurückhaltender, mampfte drei Eier-Canapés und versuchte dabei genauso schnell zu kauen, wie es Arno Del Curto mit seinen Kaugummis tut. Der HCD-Coach muss den weltweit bestausgebildeten Musculus pterygoideus lateralis haben.

Dieser Flügel der Kaumuskulatur zermahlt für uns Menschen die Nahrung. Arno ist Bodybuilder auf diesem Gebiet und schafft Werte, die höchstens noch von ManUs Alex Ferguson erreicht werden. Noch immer eingeschüchtert von seiner Reaktion auf meine erste Frage, verzichtete ich darauf, Gaydouls Meinung zu diesem Thema abzuholen.

Meine stärkste Frage des Abends war sowieso eine andere: Ist Beat Forster ein Arschloch oder «en geile Siech»? Mit endloser Eiszeit, unzähligen Prügeleien, einem Tor und einer Disziplinarstrafe war der Davos-Verteidiger einmal mehr die grellste Figur. Bei allem Finalherz für die Flyers - es hat auch wegen Forster laut getrommelt.

Die geschriene Verachtung gegen die Nummer 29 war der Realität auch an diesem Abend viel ferner als die geflüsterte Bewunderung. Wenn er an der WM endlich für die eigenen Farben checkt, werden ihm auch Kloten-Fans mit Hingabe die Füsse waschen.

Die Frage sollte trotzdem nicht stehen bleiben. Also erkundigte ich mich nach dem Spiel beim Gladiator selber. Der kam grad gelassen aus der Kabine. Dann mal los: «Beat, ich hab da eine kleine Frage, bist du ein Arschloch oder ?» - «Ich würde sagen, das Zweite.» - «Dacht ich es mir doch. Merci, das wars schon.»