Präsident Obama und seine Wirtschaftsboys haben sich etwas Gefährliches ausgeheckt, und es wird bereits in die Tat umgesetzt: Die Bilanzierungsvorschriften wurden so gelockert, dass aus Verlusten Gewinne werden.

Die US-Banken dürfen nämlich ihre Schrottpapiere, die weiterhin zu wesentlich überhöhten Kursen in ihren Büchern stehen, zu Einstandspreisen in der Bilanz führen oder sie auf den letztlichen Verfall bewerten. Statt zu den realistischen Marktpreisen – so welche überhaupt existieren.

Das führt dazu, dass die Buchwerte dieser sehr fragwürdigen Wertschriftenpakete plötzlich auf wunderbare Weise zu Werten werden, die sich in der Bilanz höchst erfreulich präsentieren. Die Überlegung der amerikanischen Aufsichtsbehörden ist klar: Eine sofortige Entlastung der Bankbilanzen und damit ein Wieder-in-Schwung-Bringen der Finanzmärkte.

Sollten die Schweizer Banken für ihre amerikanischen Töchter und Beteiligungen die gleichen Massstäbe ansetzen können, so wird es nicht lange dauern, bis auch unsere Institute wieder «gesund» dastehen. Bankbilanzen werden in der Zukunft einen nur noch beschränkten Aussagewert haben. Zu viel Schönfärberei wird auf allen Stufen eingebracht.

Dabei ist die Lage weiterhin ernst. Die Generalversammlung der UBS war – zwischen den Zeilen gelesen – eine Offenbarung. Neue Erträge fehlen, Konzernchef Oswald Grübel hat jede Gewinnprognose vermieden, indirekt zugegeben, dass neue Erträge nicht in Sicht sind. Und mit Entlassungen kann Geld nur einmal gespart werden, aber verdient wird damit nichts.

Die UBS hat viel zu viele Angestellte. Auf allen Stufen. Wenn 60 Prozent der bisherigen Einkünfte verschwunden sind und nicht mehr zurückkommen, ist der Schluss schnell gezogen, dass auch die jetzt angekündigten Entlassungen noch nicht das Ende der Fahnenstange sein werden.

Intern hat Grübel seinen obersten Jungs deutlich die Leviten verlesen: «Wir haben zu viel Fett am Knochen und zu wenig Fleisch.» Fettablassen und Muskelfleisch aufbauen «wird Jahre dauern». Das ist der Kern seiner Aussage. Wie recht er hat.